Powerschaum
Roman

Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2025
ISBN
9783884237342
Gebunden, 224 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
In einer nahen Zukunft: Sascha sitzt allein in einer Boutique. Seine Freund*innen haben ihn dort eingeschlossen, denn er soll ein Verbrechen begangen haben, über das sie Rechenschaft fordern. Vor geraumer Zeit hatten sie Neuzugang in ihrem Freundeskreis. Der Android Charly lebte als "Testlauf" bei Saschas Freund Jan und verhalf diesem zu finanzieller Sorglosigkeit. Er brachte sich zunächst mit neuen Ideen für Unternehmungen ins Spiel, wirkte überraschend zugänglich und wurde von allen gemocht. Nur Sascha blieb skeptisch und traute Charly, "der ja kein Mensch war", nicht. Es war weniger dessen technische Physis, die Unbehagen auslöste, als das Aufzeigen und Vertiefen gesellschaftlicher Zwischenräume und Abgründe, die sich im Freundeskreis reproduzieren. Die Leser*innen wissen von Anfang an, dass das Ganze schlimm enden wird, doch was passierte dann eigentlich? Wie kam es zu der Eskalation? Und welche Rolle spielte Sascha in all dem?
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
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Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2026
Alles passt an diesem Debütroman, freut sich Rezensentin und Schriftstellerin Slata Roschal. Sebastian Schmidt erzählt von und aus der Sicht von Sascha, der für wenig Geld in einem Supermarkt arbeitet. Ansonsten verbringt er Zeit mit Freunden, was ihm allerdings zunehmend weniger Spaß macht, als einer von ihnen Charly mitbringt, einen Androiden. Klug und gar nicht aufdringlich verhandelt der Roman Themen wie Armut und soziale Differenz, dabei spielen ganz alltägliche Situationen eine Rolle, zum Beispiel, dass Sascha eine Art "Neurose" entwickelt hat, Dinge so lange wie möglich zu erhalten und zu nutzen. Manisch versucht er sich zeitweise neues Wissen anzueignen, um die eigene soziale Situation zu verbessern, trifft aber immer wieder auf Widerstände. Stets schwingen reale Ängste unserer Gegenwart etwa im Umgang mit KI mit, meint Roschal. Die Kritikerin hebt vor allem hervor, dass das Buch, bei aller Schwere der Themen, angenehm zu lesen ist, die Sprache ist gleichzeitig unakademisch und durchweg präzise. Da ist kein Wort zu viel, schließt Roschal, dabei schreibt Schmidt durchweg "klug, pointiert und erfrischend".
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 07.11.2025
Rezensent Hartmut Kasper scheint die Geschichte um einen Androiden im gesellschaftlichen Testlauf von Sebastian Schmidt zu mögen. Das Romandebüt macht allerdings kein Geheimnis daraus, dass der Praxistest schiefgeht, warnt Kasper. Erzählt wird der Weg dahin aus Sicht des Protagonisten, der die Veränderungen in den emotionalen Beziehungen innerhalb seines Freundeskreises präzise wahrnimmt, erläutert der Rezensent. Dass der Erzähler oft abschweift und eher unzuverlässig ist, stört nicht weiter, findet Kasper. Die Beunruhigung, die der Android in die Gesellschaft trägt, wird auf die Art sogar noch besser spürbar, glaubt er.