Die Bundeswehr
Von der Wiederbewaffnung bis zur Zeitenwende

C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN
9783406830518
Kartoniert, 128 Seiten, 12,00
EUR
Klappentext
Im November 1955 wurde die Bundeswehr gegründet. Unumstritten war sie nie, und die Deutschen wurden nie so richtig warm mit ihr. Im Kalten Krieg bildete sie den Kern der NATO-Landstreitkräfte. Doch nach 1990 wurden Personalstand, Ausrüstung und Fähigkeiten drastisch reduziert, schließlich auch die Wehrpflicht abgeschafft. Der Schwerpunkt verlagerte sich von der Landes- und Bündnisverteidigung hin zu Auslandseinsätzen. Seit dem 24. Februar 2022 ist alles anders. Fähigkeiten müssen schnell wieder erlangt werden und die Bevölkerung muss ihre Haltung zur Armee überdenken. Sönke Neitzel analysiert die Geschichte der Bundeswehr und zeigt die aktuellen Herausforderungen.
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2025
Etwas zu pamphlethaft ist Sönke Neitzels neues Buch für Oliver Kühns Geschmack geraten. Dennoch zeichnet Kühn interessiert entlang der Lektüre die Geschichte der Bundeswehr seit ihrer Gründung in den 1950ern nach. Neitzel betont laut Kühn, dass sich die neue Armee von Anfang an eher zivil orientierte als genuin militärisch, auch wenn die Aufgabe, als Abschreckung gegenüber dem sowjetischen Block zu dienen, zunächst erfüllt wurde. Die Auslandseinsätze ab den 1990er Jahren sorgten dafür, dass das Ziel der Landesverteidigung weiter in den Hintergrund rückte, so Kühn mit Neitzel, der fordert, dass in Zukunft die Kampfbereitschaft der Bundeswehr gefördert werden muss. Aus sich selbst heraus wird sie sich nicht in diesem Sinne reformieren, glaubt der Militärhistoriker Kühn zufolge, auch die Generalität kommt bei ihm schlecht weg, jetzt jedenfalls muss es darum gehen, Soldaten darauf vorzubereiten, dass sie unter Umständen tatsächlich kämpfen und töten müssen. Die nötige Umorientierung werde jedoch eine Weile dauern, resümiert, der abschließend anmerkt, dass die Art und Weise, wie dieses Buch die Geschichte der Bundeswehr auf Forderungen an die Politik der Gegenwart reduziert, dem Thema nicht wirklich angemessen ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.03.2025
Rezensent Jakob Knab ist nicht zufrieden damit, wie Sönke Neitzel in diesem schmalen Band die Geschichte der Bundeswehr seit deren Gründung im Jahr 1955 darstellt. Genauer gesagt stört er sich an der Tendenz des Bandes, die Kontinuitäten zwischen der Hitler'schen Wehrmacht und der Bundeswehr zu übergehen. Denn während die Bundeswehr-Auslandseinsätze viel Raum einnehmen, behauptet Neitzel, dass die Bundeswehr quasi eine Neugründung gewesen sei, Knab dagegen erinnert daran, dass die neue Armee im Volksmund eine ganze Weile als "neue Wehrmacht" geläufig war. Auch die nicht wenigen hohen ehemaligen Nazifunktionäre, die in der Bundeswehr dienten, werden in diesem Buch nicht erwähnt, kritisiert Knab, der außerdem anmerkt, dass die Diskussionen um Kasernen, die nach NS-Größen benannt wurden, in diesem Band ungenau und tendenziell beschönigend dargestellt werden. Insofern wird die auf Kneisels Buch "Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik" beruhende Publikation ihrem Thema dieser Rezension zufolge nicht gerecht.