Er war einer seiner schärfsten Kritiker, und doch soll Hitler sich bei Veranstaltungen manchmal geweigert haben, mit seiner Rede zu beginnen, bevor er nicht eingetroffen war: Konrad Heiden. Als Mitarbeiter der angesehenen "Frankfurter Zeitung" gehörte er zu den ersten Publizisten, die den Aufstieg der Nazis kritisch begleiteten. Auf seiner zweibändigen Hitler-Biografie, die 1936/37 in der Schweiz herauskam, bauten fast alle späteren Lebensbeschreibungen des Diktators auf. Und doch ist Heiden heute nahezu vergessen. Stefan Aust porträtiert diesen faszinierenden Mann und lässt aus seiner Perspektive Hitlers Aufstieg und Herrschaft lebendig werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2017
Nicht nur als ein Buch über Hitlers ersten Biografen und "public enemy no. 1", sondern auch als ein Buch über den Journalismus selbst, will Stefan Aust seine Biografie Konrad Heidens verstanden wissen. Diese Einschätzung kann Rezensent Oliver Pfohlmann noch teilen. Auch muss er dem Buch zugute halten, dass es sich einer durchaus interessanten Gestalt widmet, die bisher wenig Beachtung gefunden hat, diese aber absolut verdient. Abgesehen davon jedoch fallen ihm vor allem die Mängel der Arbeit ins Auge. Noch verzeihlich ist Heidens in Ermangelung geeigneter Quellen lediglich "umrisshaft-spekulativ" geschildertes Privatleben, doch die durchgängig fehlenden Quellenangaben kann Pfohlmann nicht verschmerzen. Alles in allem informativ jedoch leider mangelhaft, urteilt der Rezensent.
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