Aus dem Englischen von Sula Textor. Sulaiman Addonia erzählt die Geschichte von Hannah, einer minderjährigen eritreischen Geflüchteten, und ihrer ersten Zeit in London. Während sie in einem fremden Land mit ihrer eigenen Handlungsunfähigkeit ringt, werden sexuelle Begegnungen zu einem unmissverständlichen Ausdruck ihres Seins - ein trotziger Aufschrei gegen die endlose Bürokratie der Einwanderung. Eindimensionalen Erzählungen über Flucht, Trauma und einem Leben am Rande der Gesellschaft setzt Addonia eine unkonventionelle, vielschichtige Protagonistin entgegen, die ihren Platz in der Welt sucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2025
Rezensentin Astrid Kaminski findet bemerkenswert, wie Sulaiman Addonia in seinem neuen Roman Fluchterfahrungen, Sprachsensibilität und den Erhalt der Komplexität von Gedanken in einer Geschichte über Identitätsfindung verbindet. Die Geschichte der in London lebenden Eritreerin Hannah schreibt Addonia laut Kaminski mit viel Sinn für "innere Bilder" und arabische, afrikanische und europäische Erzähltraditionen. "Seltenheitswert" hat es, findet Kaminski außerdem, wie hier Migrations- und Fluchtgeschichte verbunden wird mit der Suche nach sexueller Befreiung. Dabei werden der Leserschaft schon einige explizite Szenen zugemutet, aber zu wild wird es nicht, betont die Rezensentin. Das Ergebnis dieser erzählerischen Suche nach Freiheit kann sie nur nachdrücklich empfehlen.
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