Der Bund Freiheit der Wissenschaft löste sich 2015 auf. Seit seiner Gründung hatte er stark polarisiert. In ihm hatten sich Gegner der 68er Bewegung organisiert, um auf die Hochschulreformen von Bund und Ländern Einfluss zu nehmen und die "Mitbestimmung" in den Universitäten zurückzudrängen. Die Studie beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung der Interessengruppe sowie mit ihren Zielen und Mitgliedern. Auf breiter Quellenbasis und mit Hilfe von Zeitzeugengesprächen rekonstruiert sie die Herausbildung und Aktivitäten des Verbandes mit dem Ziel einer objektiven Sicht auf die Jahre 1970 bis 1976.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2017
Peter Hoeres liest die Kölner Dissertation von Svea Koischwitz über die Entwicklung des Bundes der Freiheit der Wissenschaft und erfährt, wie der BFW wissenschaftspolitisch Einfluss nahm und sich gegen Angriffe aus den Reihen der Spartakisten schützen musste. Im Vergleich mit der älteren Arbeit von Nikolai Wehrs fallen Hoeres bei Koischwitz neue Quellen auf, die die Autorin urbar machen konnte, um verschwörungstheoretische Annahmen zu widerlegen und die Mitglieder des BFW als progressiver auszuweisen "als unterstellt". Dass die Täter linksextremistischer Gruppen auch bei Koischwitz ungenannt bleiben, stellt Hoeres mit Bedauern fest.
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