Eine Gruppe in einer Kleinstadt Gestrandeter wartet jeden Abend auf die Monster;
ein Marquis kann Wirklichkeit und Traum nicht unterscheiden; von einem seltsamen Brauch wird weiterhin nicht abgelassen; ein alter Mann bekommt Besuch und gleitet in die Vergangenheit; ein Institut macht es sich scheinbar zur Aufgabe, Menschen an die Freiheit heranzuführen; ein Zivildiener erzählt von seiner Arbeit mit Demenzkranken; die "Stimme des Autors" meldet sich in konzentrierten Prosaminiaturen zu Wort.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2019
Rezensent Paul Jandl staunt, wie es Thomas Stangl gelingt, der Formlosigkeit eine Form zu geben. Das Thema des Fließens von Zeiten, Orten und Menschen behandelt der Autor laut Jandl gekonnt in diesen dreißig lose miteinander verflochtenen Prosastücken, ohne schwer und metaphysisch zu werden. Somnambul leicht scheint dem Rezensenten hier Stangls Nachdenken über Tod und Fortleben, Körper und Körperlosigkeit, Erinnerung und die Gleichzeitigkeit des Asychronen. Ein schillerndes, wunderbares Buch, findet Jandl.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.05.2019
Rezensentin Judith von Sternburg hat der Erzählungsband von Thomas Stangl zugleich irritiert und fasziniert. Ob es um das Ritual des allabendlichen Wartens auf ein Monster, ethisch fragwürdige Experimente oder Alterserscheinungen und Tod geht - die Geschichten, die Stangl hier zum Besten gibt, sind ihrer Meinung nach besonders gelungene literarische "Studien zum Unstimmigen und Irritierenden des Lebens", die keine klaren Antworten bieten, aber dennoch Momente des Glücks zulassen. Auf diese Weise lässt sich die Kritikerin gern verunsichern.
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