Thomas Zaugg

Bundesrat Philipp Etter (1891-1977)

Cover: Bundesrat Philipp Etter (1891-1977)
NZZ libro, Zürich 2020
ISBN 9783038104377
Gebunden, 768 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Mit Abbildungen. Während seiner 25jährigen Amtszeit von 1934 bis 1959 initiierte Philipp Etter die Kulturstiftung Pro Helvetia, setzte sich für Rätoromanisch als vierte Landessprache ein, stützte den Ausbau der ETH und legte wichtige Grundsteine für die Einführung der Sozialwerke AHV und IV. Haften geblieben ist aber auch das umstrittene Bild eines autoritären, katholischkonservativen Staatsmanns in den 1930erJahren und der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Urteile über Etter bewegten sich bis anhin von "Pseudo-Mussolini" über "uneingestandener Antisemit", "Freisinnigen- und Sozialistenfresser" bis hin zum "patriotischen Unschweizer". Philipp Etters privater Nachlass, bis 2014 unter Verschluss, hat bisher unbekannte Seiten dieser Persönlichkeit ans Licht gebracht. Der Historiker Thomas Zaugg hat die Briefe, persönlichen Aufzeichnungen und Erinnerungsschriften ausgewertet. Er verortet Etter in seiner Zeit und seinem Milieu - unvoreingenommen und differenziert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2020

Rezensent Georg Kreis hält Thomas Zauggs umfangreiche Dissertation über Leben und Wirken des konservativen Bundesrats Philipp Etter für eine willkommene Neubewertung der Wirkungen und Meinungen, die Etters Arbeit hervorgerufen hat. "Missverständnisse" korrigiert der Autor laut Kreis nicht nur in Bezug auf Etters Engagement für das "Dritte Reich", anhand von umfangreichen, erstmals möglichen Recherchen in Etters Privatnachlass rückt der Autor Etter laut Kreis in die politische Position der Mitte. Auch wenn für Kreis hier ausschlaggebend ist, auf welches Ganze sich diese Mitte bezieht und vieles im Buch nur "gestreift" wird, wie er anmerkt, erscheint dem Rezensenten Etter nunmehr als Mann mit "erheblicher politischer Verständigungsbereitschaft", über den der Leser sich dennoch ein eigenes Bild machen kann.

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