Wer ist der mächtigste Mann Amerikas? Viele klare Gründe sprechen für Stephen Bannon - den Berater, Chefstrategen und Einflüsterer von Donald Trump. Wie groß ist der Einfluss des "dunklen Lords", der sich, wie er selbst sagt, in der Finsternis wohlfühlt? Der Buchautor und Journalist Tilman Jens legt den zutiefst beunruhigenden Kern von Bannons Denken bloß: ein Weltbild, das auf Konfrontation und Zerstörung setzt. An Bannons Werdegang wird deutlich, woher sein ideologisches Rüstzeug stammt und wie er zum Meister populistischer Indoktrination werden konnte. Nun ist er im Zentrum der Macht angekommen - und es zeigt sich, dass Donald Trump ein manipulierbares Werkzeug für Bannons bedrohliche Vision ist.
Micha Brumlik findet es sinnvoll, die Biografie über den Trump-Berater Stephen Bannon von Tilman Jens in einem Verlag erscheinen zu lassen, der auf Gruselromane setzt. Gruseln kann sich Brumlik nämlich prächtig angesichts der Vita des Mannes, den er für eine der unheimlichsten Gestalten des frühen 21. Jahrhunderts hält. "Gut informiert" und plausibel präsentiert ihm der "linksliberale" Autor die Figur, gebannt und fasziniert auch, wie Brumlik zu erkennen meint. Bannon ein Intellektueller? Dieser Vermutung gibt der Autor laut Brumlik durchaus Futter.
Wie bitter, meint Rezensent Uwe Schmitt: Da wird Stephen Bannon auch noch kurz vor Erscheinen von Tilman Jens' Streitschrift gefeuert. Aber auch sonst lohnt sich die Lektüre kaum, fährt der Kritiker fort: Der Autor hat Bannon nie persönlich getroffen, dennoch versucht er aus unzähligen "Fundstücken" aus US-Medien die Wandlung vom "unpolitischen Liberalen zum stramm rechten Schreibtischtäter" zu skizzieren - ohne viel Überraschendes zu verraten, meint der Rezensent. Und dass hier kein eigener Leitgedanke auftaucht, macht es für Schmitt nicht besser.
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