Tom Wolfe

Hooking up

Neuigkeiten aus dem Weltdorf
Cover: Hooking up
Karl Blessing Verlag, München 2001
ISBN 9783896671592
Gebunden, 350 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Benjamin Schwarz. Ob es um das Balzverhalten amerikanischer Jugendlicher geht oder um globale Konvergenz, ob um die neuesten Thesen des Neodarwinismus oder um die aberwitzigen Methoden von Fernsehanstalten auf Quotenfang: In dieser Sammlung von Essays und Erzählprosa zieht Tom Wolfe alle Register seines Könnens.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.05.2002

Joachim Kalka zeigt sich ausführlichst enttäuscht von Tom Wolfe und dessen letzten Arbeiten, seien es sein letzter Roman "A Man in Full/Ein ganzer Kerl" oder seine Essays, die sich in "Hooking Up" finden lassen. Für "Bonfire Of The Vanities" und andere frühere Texte verdiene Wolfe noch Respekt, so Kalka, weil er sozialrealistische Reportagen in der Nähe zu Dickens und eine Kritik der Lifestyle-Kultur und linksliberalen Intelligenz geliefert habe. Vor allem diese Kritik aber will und kann Kalka einfach nicht mehr hören, wenn sie nicht mehr subversiven Spott, sondern nur noch konservative Sturheit und bornierten Chauvinismus zu bieten hat. Wolfe ist für Kalka ein "langweiliger Türsteher des Status Quo" und "Anwalt eines gesunden Volksempfindens" geworden. Er besitzt "kein anderes Gegenmodell als den Kitsch des Spießers - politisch wie ästhetisch", ärgert sich Kalka.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.11.2001

Daniel Kehlmann hält Tom Wolfes Aufsatzsammlung, die ein einziges erzählendes Moment, nämlich ein Novellenfragment, enthält, für einen Band, den diejenigen Leser mögen werden, die sich gerne ärgern, denn der polemischer Ansatz wandele sich, wie dies bei vielen Ideologiekritikern geschehe, selbst zur Ideologie. In den Aufsätzen verbreitet der Autor Thesen zur Neurobiologie, zu Silicon Valley, Fernsehen, zu allgemeinem Sittenverfall, Internet und Gegenwartsliteratur, berichtet Kehlmann. Obwohl man sich über die "ultrakonservative" Haltung des Autors ärgere, könne man nicht von der Lektüre lassen. Kehlmann spricht ein großes Lob aus, wenn er schreibt: "Wolfes Stil strahlt Vitalität, eine humorvolle Leichtigkeit und einen Genuss am Streit aus, die sich nur mit den großen konservativen Polemikern des 19. Jahrhunderts, mit Schopenhauer und de Maistre vergleichen lassen." Ein Vergleich, der Tom Wolfe in die höchsten Sphären erhebt.

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