C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406843419 Gebunden, 317 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Ruth, Professorin für Philosophie an der Humboldt-Universität, lebt in Berlin-Moabit. Ihre Ehe mit Ben ist Vergangenheit, die Beziehung zu seiner Tochter ist zerbrechlich und doch voller Nähe. Ihre Studentinnen und Studenten scheinen von Jahr zu Jahr jünger zu werden, der wachsende Abstand zu ihnen beunruhigt Ruth ebenso wie die Spaltung der Gesellschaft. Dann tun sich auch im Privaten, der sicher geglaubten Vergangenheit, Risse auf: Der Tod ihres Vaters konfrontiert Ruth mit einem Familiengeheimnis, das ihre Identität erschüttert.
Rezensent Christoph Vormweg fühlt sich sichtlich wohl mit dem neuen Text des 65-jährigen "Roman-Veteranen" Ulrich Woelk. Als Fortsetzung zu seinem letzten Roman "Mittsommertage" - den man aber laut Vormweg nicht gelesen haben muss, um hier einzusteigen -, erzählt der Autor wieder von der Philosophie-Professorin Ruth Lember, die diesmal jedoch zahlreiche Krisen bewältigen muss, lässt uns der Kritiker wissen. Ihre Professorinnenstelle ist aufgrund einer verheimlichten Jugendtat in Gefahr, die Ehe zu ihrem Mann Ben ist so gut wie vorbei, die Beziehung zu ihrer Ziehtochter porös und ihr Verhältnis zur Gegenwart existentiell unsicher, zählt Vormweg auf. Gut nur, dass der Autor diese Situation psychologisch präzise zu verschachteln und spannungsreich zu gestalten weiß, wenn er Ruth etwa nach dem Tod ihres Vaters versteckte Briefe eines Liebhabers finden lässt, die ihre gesamte Beziehung zu ihm in Frage stellen. Die überzeugenden, geduldigen Dialoge der Figuren erlauben zudem eine ironische Reflexion gegenwärtiger Denktrends, die ominös offen bleiben und zu eigenen Überlegungen anregen, lobt der beglückte Kritiker.
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