Aus dem Hebräischen von Ulrike Harnisch. Die russisch-orthodoxe Gemeinde in Jerusalem ist nicht nur Ort für stille Gebete, sie ist auch die Zentrale des KGB. Jochanan Raviv, ein israelischer Geheimdienstmann, soll die attraktive Musikwissenschaftlerin Irith anwerben, die im Archiv der Kirche über Kirchenmusik forscht. Ihre Aufgabe: Informationen von Osip, der als V-Mann in der Kirche arbeitet, nach draußen zu bringen. Irith sagt ohne Zögern zu und gewinnt schnell Vergnügen an dem Doppelspiel. Bis Osip sie eines Abends um ein dringendes Treffen bittet. Als sie am nächsten Morgen in die Kirche kommt, erfährt sie, daß der V-Mann schwerverletzt im Krankenhaus liegt. In ihrem Archiv findet sie ein handbeschriebenes Notenblatt - eine verschlüsselte Nachricht für Jochanan. Der muss erkennen, dass es mehr als eine Person gibt, die mit verdeckten Karten spielt ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2003
Uri Adelmans Thriller "Konzert für Spion und Orchester" strotzt nach Ansicht des "usz" zeichnenden Rezensent nur so von Klischees. Es geht um gute Spione, böse Spione, Giftmord, Schießereien am Rand des Kalten Krieges und eine Prise verbotener Leidenschaft, berichtet der Rezensent. Was seit John le Carre funktioniert, klappt zur Verblüffung des Rezensenten auch hier. Herausgekommen sei nämlich ein "spannendes Buch", was für den Rezensenten nahezu an ein Wunder grenzt. Hoffnungsfroh stimmt ihn, dass das Buch besser als Adelmans "Gleichung mit einem Unbekannten" ist, wobei er bedenklich findet, dass die "Gleichung" nach dem "Konzert für Spion und Orchester" entstand. Am bedenklichsten aber erscheint ihm das Statement des Autors, das er dann auch zitiert: "Ich habe nie versucht, die Intelligenz meiner Leser oder meine eigene zu testen."
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