Aus dem Englischen übersetzt und herausgegeben von Matthias Fersterer. In ihrem essayistischen Werk zeigt die große amerikanische Erzählerin Ursula K. Le Guin, warum wachstums- und fortschrittsgetriebene Utopien zwangsläufig in Abgründen von Gewalt münden und wie zyklisches Denken die Grundlage für gutes Leben im umfassenden Sinn schafft. Dabei verbindet sie scharfe Kritik an abstrakten "Nichtorten" mit kraftvollen Plädoyers für Gerechtigkeit, Ortssinn und Friedfertigkeit: Am Anfang war nicht der Speer, sondern der Tragebeutel! Dieser Band versammelt drei Essays, drei Reden und ein Gedicht aus drei Jahrzehnten, die unser zivilisatorisches Selbstverständnis radikal in Frage stellen, darunter die beiden legendären Texte "Die Tragetaschentheorie des Erzählens" und "Ein nicht-euklidischer Blick auf Kalifornien als kalten Ort in spe".
Rezensentin Katharina Granzin begeistert sich sehr für die Texte der amerikanischen Autorin und bedauert, dass sie so spät und nur wenig übersetzt worden sind. Außerdem legt sie an Beispielen dar, dass Le Guin in vielen Genres und Motiven literarisch vorangegangen und "die erste" gewesen ist, zum Beispiel mit einer Zauberschule für junge Leute… Aber wirklich fasziniert ist sie von dem titelgebenden Gedanken im titelgebenden Aufsatz, dass nämlich das ursprünglich menschliche Werkzeug ein "Tragebeutel" gewesen sein müsse. Zugleich habe Le Guin auch über die literarisch adäquate Form zum Sammeltuch nachgedacht - und sie durchaus im Roman gefunden, staunt die Kritikerin. Auch die anderen Essays hier findet sie höchst bemerkenswert in den immer wieder ansetzenden Versuchen, auch im Erzählen von Utopien - ein Begriff, den Le Guin skeptisch sah, wie Granzin schreibt - ein nicht-militaristisches Denken und Erzählen zu erfinden.
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