Bariliers preisgekrönter Essay ist eine brillante Polemik gegen den "Verzicht auf das Denken", das die religiösen und parareligiösen Fundamentalismen unserer Zeit kennzeichnet. Dabei verfällt er keinem blinden Fortschrittsoptimismus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2000
Für ein mutiges Buch hält Michael Wirth den im Jahr 1905 preisgekrönten Essay des Lausanner Philosophen, weil er sich gegen die Ausgrenzung der Vernunft, gegen den Mode gewordenen Irrationalismus, gegen die Fortschrittsfeindlichkeit der Menschen wendet. Jene Fortschrittsfeindlichkeit, erklärt Wirth, stellt sich für Barilier als Selbstentmächtigung des Menschen dar, der die Naturwissenschaften allgemein für alle Katastrophen verantwortlich erklärt, statt die Wissenschaftler, die sie betreiben, zu kritisieren. Diese These untermauere Barilier, indem er mit einem Teil der Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts selbst ins Gericht gehe, erklärt der Rezensent. Insbesondere der Strukturalismus, der kulturelle Setzungen in abstrakte Prinzipien verwandelt hat, habe dieser fatalistischen Einstellung Vorschub geleistet. Für Barilier ein klarer Rückfall hinter die Positionen der Aufklärer: ein wenig idealtypisch sei Bariliers Diskurs schon, meint Wirth, der gern etwas mehr psychologisches Feingefühl am Werk gesehen hätte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Die Polemik eines Rationalisten, der am klassischen Fortschrittsbegriff festhält und ihn gegen den neuen Aberglauben, den er etwa bei Kreationisten oder Radikalökologen ausmacht, in wünschenswerter Klarheit verteidigt. René Aguigah zeigt sich angetan vom Buch dieses Schweizer Autors, der sich auf dem Grat zwischen Philosophie und Literatur bewege. "Das liest sich sehr genussvoll", zumal man ab und zu auch Lust habe, mit dem Autor zu streiten.
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