Aus dem Französischen von Alexander Pschera. Es war eine der berühmtesten Liebesgeschichten des 19. Jahrhunderts: Victor Hugo lernte Juliette Drouet, eine Ikone der Pariser Gesellschaft, im Januar 1833 bei einer Probe seines Dramas Lucrèce Borgia kennen, in dem sie die Rolle der Prinzessin Negroni spielte. Zu dieser Zeit war er bereits mit seiner Jugendfreundin vermählt, der Schriftstellerin Adèle Foucher, was den Pionier der französischen Romantik jedoch nicht davon abhielt, sich unsterblich in die schöne Schauspielerin zu verlieben, zumal seine Frau selbst eine Affäre mit dem Literaturkritiker Sainte-Beuve hatte. Nach und nach verzichtete Drouet auf ihr glanzvolles Leben am Theater, um sich ganz ihrer Liebe zu Hugo zu widmen. Sie war seine erste Leserin, seine akribische Kopistin und der Fixstern, zu dem Hugo immer wieder zurückkehrte, ganz gleich, wie viele Eroberungen er zählte. Sie sollte seine größte Muse werden, eine tragende Säule des literarischen Monuments, zu dem Victor Hugo geworden ist. Die "Carnets d'amour", hier zum ersten Mal versammelt, sind Poesiealben der Liebe, die Victor Hugo seiner Angebeteten in den ersten beiden Jahren ihrer Beziehung zurückließ, damit sie jeden Abend darin lesen konnte. Sie zeugen von dem leidenschaftlichen Beginn einer ein halbes Jahrhundert währenden Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.02.2025
Liebe, nichts als die Liebe enthält dieses schmale Büchlein, freut sich Rezensent Hans von Trotha. Die Liebe, die es anfüllt, ist die zwischen dem Großliteraten des Paris des 19. Jahrhunderts, Victor Hugo und der Schauspielerin Juliette Drouet. Hugo liebte zwar viel und viele, aber Drouette ganze fünfzig Jahre lang, was im vorliegenden Band, so Trotha, in der Art eines Tagebuchs oder auch Poesiealbums Niederschlag findet. Durch und durch romantisch und nah am Kitsch gebaut ist das laut Trotha, von Engeln ist viel die Rede und von Tränen, man meint einen auf die Liebesszenen zusammengekürzten Roman zu lesen. Was der Rezensent durchaus gerne zu tun scheint.
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