Aus dem Französischen von Till Bardoux. Warum irritiert ihn so sehr, dass seine Cousine heiratet? Weshalb meidet er den Ort seit dem Tod seines Vaters? Will der Onkel, nun Mann seiner Mutter, sich tatsächlich verabschieden? Und wieso nennt Laurent seine Freundin Claire nun Constance?
Dieser Sommerausflug aufs Land ist wenig romantisch. In Saint-Fourneau erwarten das junge Paar ein leeres Haus, tote Fliegen auf dem Fußboden und ein Onkel in schmutzigen Gummistiefeln. Nur seinetwegen ist Laurent zurückgekommen. Die Begegnung mit der Mutter wird auf den nächsten Tag verschoben. Die Stimmung ist zugleich träge und aufgeladen, morastig wie der nasse Waldboden. Jedes Schweigen ist beredt, jede Erinnerung suspekt. Untergründig lauert Gewalt. Etwas muss vorgefallen sein.
Schwarzer Humor, falsche Fährten, verdichtete Spannung. Vincent Almendros erzählt einen eleganten Mini-Familienthriller …
Rezensent Cornelius Wüllenkemper staunt, wie wenig Raum Vincent Almendros benötigt, um einen packenden Familienthriller zu erzählen und ein literarisches Verwirrspiel aus Doppeldeutigkeiten und Wortspielen zu entfalten, die Till Bardoux laut Rezensent gekonnt ins Deutsche überträgt. Raffiniert scheint ihm die Geschichte um den anlässlich eines Familienfestes in die französische Provinzheimat zurückkehrenden Erzähler durch ihre Lakonie und ihre scheinbar glasklaren Beschreibungen, die allerdings beim Rezensenten jede Menge Fragen aufwerfen, Fragen, die Almendros nicht beantwortet. Allein die vielen Andeutungen im Text lassen Wüllenkemper ahnen, dass die Dinge anders sind als sie scheinen bzw. vom Erzähler vermittelt werden und dass sich hinter der vordergründigen Familiengeschichte Abgründe auftun. Höchst spannend, findet Wüllenkemper.
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