Tu mir eine Liebe - und iss noch etwas, sei vorsichtig, ruf mich an, wenn du wieder zu Hause bist, egal wie spät es ist, nein, ruf mich nicht an, ich erschreck mich sonst zu Tode, oder, ruf mich lieber doch an, erschrickst du mich eben zu Tode. Die Hamburger Publizistin Viola Roggenkamp hat mit 26 jüdischen Töchtern und Söhnen über die Mamme gesprochen, u. a. mit Stefan Heym, Esther Dischereit, Wladimir Kaminer, Rachel Salamander, Stefanie Zweig und Michael Wolffsohn.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2002
26 Interviews, je zur Hälfte mit Männern und Frauen, hat Viola Roggenkamp geführt, um der Beziehung der Kinder zu ihrer jüdischen Mutter, der Mamme, näher zu kommen. Im Mittelpunkt steht dabei - zum Glück, meint der Rezensent (Kürzel gam.) - nicht Privates, sondern die Geschichte und ihre Folgen. Vielfach ist der Holocaust für die nachgeborenen Juden im Verhältnis zur Mutter zum Tabu-Thema geworden und das Leben in der Gegenwart "zum Irrgarten oder Minenfeld". Gelobt wird die "behutsame" Gesprächsführung, auch die sprachliche Präsentation der Interviews, heraus gekommen ist, so gam., ein "klug analysierendes und zugleich poetisches Buch".
Die Rezensentin Elisabeth von Thadden ist zunächst genervt: Es gibt so brennende, politische Themen und nun dieser verdächtige Blick ins Private? Aber dann lässt sich die Rezensentin doch begeistern und singt ein uneingeschränktes Lob auf dieses "feinsinnige, diskrete Buch" der Publizistin Viola Roggenkamp. In Gesprächen mit 26 jüdischen deutschen Erwachsenen im Alter zwischen 30 und 90 Jahren entwickle Roggenkamp aus einer "wunderbaren Vielzahl" von Biografien nicht weniger als die "jüdische Geschichte des letzten Jahrhunderts in Europa", so die Rezensentin.
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