Vojin Sasa Vukadinovic

Freiheit ist keine Metapher

Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik

Klappentext

Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen hat einmal bemerkt, dass vermutlich jede Bewegung irgendwann ihre eigene Karikatur hervorbringt. Der Genderfeminismus, der Antirassismus und der Queerfeminismus sind ebendies: Karikaturen geschlechter-, migrations- und sexualpolitischer Emanzipationsregungen. Der Sammelband nimmt diesen pessimistischen Befund zum Ausgangspunkt, um über den Verrat an der Mündigkeit nachzudenken, der sich in den letzten zehn Jahren besonders in den vorgenannten Bereichen kenntlich gemacht hat. Am Beispiel von Antisemitismus, Migration, Rassismus und Religionskritik zeigen rund dreißig Beiträge, wie fatal die Konsequenzen einer Haltung sind, die nur noch in Kollektiven zu denken vermag, die dann entweder als Gruppenidentität eingefordert oder aber ressentimentbeladen bekämpft wird; der als politische Organisationsformen nur noch "Koalitionen" und "Verbündete" einfallen und die zudem längst vergessen hat, dass Kritik ein Mittel dazu ist, um schlechte Verhältnisse nicht hinzunehmen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.06.2019

Frederik Schindler empfiehlt den von Vojin Sasa Vukadinovic herausgegebenen Sammelband, auch wenn die achtunddreißig Beiträge sich viel vornehmen, wie Schindler feststellt, und sich bisweilen Redundanzen einschleichen. Als Kritik an postmodernen linken Bewegungen, Verteidigung der Freiheit des Einzelnen gegen den Kollektivismus und Einwand zu akademischen Rassismus- und Antisemitismus-Debatten taugt der Band dem Rezensenten zufolge dennoch gut. Analytisch wertvoll findet er die meisten Beiträge. Den teils polemischen Ton nimmt er in Kauf, bei manchen schrägen Diskursverläufen scheint ihm harscher Widerspruch angebracht: Etwa wenn Israel Oinkwashing unterstellt werde, weil es LGBT-Rechte gewährt, aber der Iran mit seinen vielen Todesurteilen gegen schwule Männer von der LGBTQ-Community als positives Beispiel herangezogen werde.