Herausgegeben von Heinrich Kaulen. Spätestens seit den siebziger Jahren gilt Walter Benjamin als Klassiker der Literaturkritik, dessen zahlreiche Rezensionen kanonisch geworden sind. In jüngster Zeit wurden jedoch mehr als 200 Druckseiten umfassende handschriftliche Notizen und Aufzeichnungen entdeckt, darunter Entwürfe der Besprechungen von Bertolt Brecht, Anna Seghers, Max Kommerell, Alfred Polgar und Dolf Sternberger. Sie werden im Rahmen der "Kritischen Gesamtausgabe" nun zum ersten Mal publiziert und ergänzen die bekannten Arbeiten, die ebenfalls erstmals ohne normalisierende Eingriffe und unter Berücksichtigung sämtlicher Textzeugen und Varianten geboten werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2012
Heinz Schlaffer schmunzelt. Die Lektüre von Walter Benjamins Rezensionen, immerhin gut 500 an der Zahl, in dieser Gesamtausgabe seiner Werke auf zwei Bände verteilt, verzwergen nicht den philosophischen Genius Benjamins. Laut Schlaffer fügen sie ihm lediglich eine Nuance hinzu, eine gesellige, witzige und weitschweifige; eine Leitidee zu suchen, erübrigt sich dabei, meint er. Von Rang sind die Texte für ihn dennoch, durch die Fülle der behandelten Gegenstände (Reiseberichte, Romane, Schulbücher u.v.m. bespricht Benjamin), durch Benjamins Unerschrockenheit, seinen Hang zur Polemik, sein aphoristisches Talent, das in Schlaffers Augen soziologisch oder psychologisch Komplexes in ein Bonmot übersetzt. Ganz anders der 1500 Seiten schwere Apparat der Ausgabe. Über dessen Überproportioniertheit ärgert sich Schlaffer. Darin drückt sich für den Rezensenten ein Missverständnis aus, die Bedeutung der Herausgeber betreffend und die von Benjamins Gebrauchstexten.
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