Herausgegeben von Detlev Schöttkers. Der Philosoph, Kulturtheoretiker und Schriftsteller Walter Benjamin ist nicht nur viel gereist, sondern blieb oft längere Zeit an unterschiedlichen Orten. Paris, Marseille, Neapel, Capri, Ibiza, Moskau und Riga sind einige dieser Stationen. Seine Beobachtungen hat der Autor seit 1925 in Berichten und Essays für Zeitungen und Zeitschriften verarbeitet, in deren Mittelpunkt die Frage steht, wie Menschen in umbauten Räumen, vor allem auf Plätzen und Straßen, zusammenleben. Die Städteporträts gehören zu den bekanntesten Texten Benjamins. In diesem Band werden sie erstmals als Einheit vorgelegt und mit zahlreichen zeitgenössischen Ansichtskarten illustriert, die zum Teil von Benjamin an Freunde geschickt wurden oder aus seiner Sammlung stammen.
Mit erläuternden Kommentaren sowie einem Nachwort des Herausgebers zum Stellenwert von Architektur und städtischem Leben in Walter Benjamins Denken und Schriften.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.03.2017
Rezensent Michael Mönninger lernt von Walter Benjamin die Andacht zum Unbedeutenden und empfiehlt den großen Dialektiker auch einer jüngeren Lesergemeinde. Vorzüglich eignet sich dazu laut Mönninger die Anthologie der Aufsätze Benjamins über Städte und Architekturen, über die Durchdringung von Stadt und Wohnung in Neapel oder Zeitungskioske als Bibliotheken in Paris. Der totgesagte Autor kommt zu neuem Leben, meint der Rezensent, mit der "klugen" Zusammenstellung und Kommentierung durch den Literaturwissenschaftler Detlev Schöttker, der die chronologisch-thematischen Zusammenhänge von Benjamnins Architekturtexten anregend nachzeichnet und Benjamins Postkartenkosmos behutsam ergänzt, wie Mönninger findet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2017
Lorenz Jäger freut sich ungemein über Detlev Schöttkers Edition von Walter Benjamins gesammelten Versuchen über Städte und Architekturen. Die Postkartenmotive aus Berlin, Paris, Neapel, Ibiza und Moskau, auf die sich Benjamin bei seinen geschichtsphilosophischen Erkundungen bezog, stehen Jäger nun vor Augen und damit ein Empfinden von Evidenz, das dem Rezensenten Freude bereitet. Benjamin neu und anders zu lesen, das gelingt laut Jäger mit diesem Buch. Er freut sich schon auf weitere Realien aus Benjamins Kosmos.
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