Nachdem Benjamin Mitte der zwanziger Jahre erkennen mußte, daß ihm die angestrebte akademische Karriere versperrt bleiben würde, wandte er sich entschieden dem Beruf des literarischen Kritikers zu und suchte diesen durch "ein festes Akkreditiv als Übersetzer" auszubauen. Die Übersetzungen im vorliegenden Band sind Zeugnisse dieses Lebensabschnitts. Supplement 1, herausgegeben von Rolf Tiedemann, enthält "kleinere Übersetzungen" von: Tristan Tzara, D?Annunzio, Aragon, Proust, Leon Bloy, Adrienne Monnier, Saint-John Perse, Balzac, Jouhandeau. Die Proustübersetzungen, die Benjamin zusammen mit Franz Hessel anfertigte, sind als Supplementbänden 2 und 3 erschienen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Es klingt ein bisschen, als wolle sich Rezensent Gert Mattenklott selbst beruhigen: Dies sei nun aber wirklich der allerletzte Band in Tiedemanns Benjamin-Ausgabe. Mattenklott referiert noch einmal kurz Benjamins berühmte Theorie des Übersetzens und berichtet, dass dessen hier versammelte Gelegenheitsübersetzungen kaum auf der Höhe dieser "kryptotheologischen" Überlegungen stünden. Mattenklott findet gar, dass "Benjamins Verdeutschungen" zum problematischsten Teil seines Werks gehören. Einzig die Übersetzungen der Erzählungen Jouhandeaus hebt Mattenklott als bedeutsam heraus. In seinem Resümee bedauert der Rezensent, dass die Benjamin Ausgabe mit einem der schwächsten Teile seines Werks schließt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 11.11.1999
Etwas von der Ergriffenheit, die man in den siebziger und achtziger Jahren schon empfand, wenn nur der Name Benjamins genannt wurde, schwingt in Wolfgang Matz` Kritik noch mit. Zu Lebzeiten, so setzt der Rezensent an, hat Benjamin nur drei Bücher publiziert. Und nun hat Tiedemanns Benjamin-Ausgabe schon 17 Bände, zu denen jetzt noch Supplement-Bände mit kleinen Übersetzungen und anderen Gelegenheitsarbeiten kommen. Erstmal lobt Matz die vormals viel umstrittene Tiedemann-Ausgabe als "Vorbild der Editionswissenschaft", ja sogar als "übersichtlich". Dann geht er ausführlich auf Benjamins Theorie des Übersetzens ein und spricht viel über seine Proust- und Baudelaire-Übersetzungen, die allerdings in anderen Bänden der Ausgabe präsentiert werden. An den hier versammelten kleinen Übersetzungen, so gibt Matz zu, fehlt manchmal der "handwerklich letzte Schliff". Er warnt davor, sie an den Kriterien zu messen, die Benjamin in seinem berühmten Aufsatz über die Übersetzung entwickelt hat. Im einzelnen geht er auf die Texte dieses Bandes aber nicht ein, dafür liefert er den Hinweis, dass Benjamins Jouhandeau- und Balzac-Übersetzungen noch in anderen marktgängigen Ausgaben dieser Autoren vorliegen.
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