Schwer beeindruckt zeigt sich Rezensent Ludwig Harig von dem barocken Dichter Johann Michael Moscherosch, der uns interessante Einblicke in die Gesellschaft des 17. Jahrhunderts vermittle. Aber auch zur Gegenwart gibt es nach Ansicht des Rezensenten interessante Bezüge, behauptet Harig und schreckt nicht vor gewagten Thesen zurück: So findet er, dass Moscheroschs Romane in ihrem "sprachexperimentellen und moralreformierenden Sprachentwurf auf das gesellschaftliche Element der konkreten Poesie der sechziger und siebziger Jahre vorausweisen". Harig bespricht in einer Rezension Walter E. Schäfers Biografie über Moscherosch sowie Moscheroschs Romane "Unter Räubern" und "Insomnis Cura Parentum". Der Rezensent lobt Walter E. Schäfer an verschieden Stellen dieser Rezension als einen der besten Kenner Moscheroschs und so ist es auch wenig verwunderlich, dass er seine Biografie Moscheroschs "kenntnisreich erzählt" findet. Schäfer stelle die verschiedenen Facetten der Persönlichkeit des Dichters dar, den von marodierenden Soldaten täglich bedrohten Amtmann ebenso wie den über "die verfallenden Sitten stets besorgten Vater und Lehrer" und den "spottlustigen Satiriker". Aber auch das Fremde scheint der Biograf zu akzeptieren: Wie Moscherosch in den grässlichen Kriegswirren nicht nur dichten konnte, sondern auch eine "an Grazie und Heiterkeit" kaum zu übertreffende "Lebensarbeit" bewältigt habe, müsse dem heutigen Leser rätselhaft bleiben, zitiert Harig den Autor.
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