Herausgegeben von Werner Heun und Frank Schorkopf. Auch die Rechtswissenschaft ist durch grundlegende Paradigmenwechsel gekennzeichnet. Selbst wenn diese lange zurückliegen, wirken sie teilweise bis heute nach. Das Recht steht in einer stetigen Spannung zwischen Tradition und Innovation, zwischen Beharrung und Fortschritt, die in den Rechtsgebieten unterschiedlich aufgelöst wird. Die Beiträge, entstanden aus einer Vorlesungsreihe zur Feier des 275jährigen Bestehens der Universität Göttingen, reflektieren sachlich und biografisch die Rolle der Rechtswissenschaft in der Entwicklung aufgeklärten Denkens. Es geht um den historischen Beitrag der Göttinger Rechtswissenschaft zum allgemeinen Rechtsdenken in der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2014
Den von Werner Heun und Frank Schorkopf herausgegebenen Band zum Rechtsdenken in der Moderne geht Katja Gelinsky von hinten an. Über die abschließende Frage des Herausgebers zur Form- und Stabilisierungsfindung des Rechts gelingt der Rezensentin der Einstieg in die von den Beiträgern gesammelten Wendepunkte der Rechtswissenschaft vom römischen Zivilprozess über das Staatskirchenrecht bis zum Völkerrecht. Gelinsky lernt über Rechtsvergleichung und ihre Entwicklung, das Wechselspiel zwischen Rechtswissenschaft, Rechtspraxis und Realität sowie einzelne Rechtsprofessorenbiografien an der Uni Göttingen, zu deren 275-Jahrfeier der Band erscheint, und ihre Wirkung. Dass die Autoren dabei keinem übertriebenen Biografismus verfallen und den Begriff des Wendepunktes kritisch reflektieren, das Prozesshafte von Rechtsveränderungen mitdenken, rechnet Gelinsky ihnen hoch an.
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