Werner Weber

Briefwechsel des Literaturkritikers aus sechs Jahrzehnten

Cover: Briefwechsel des Literaturkritikers aus sechs Jahrzehnten
NZZ libro, Zürich 2009
ISBN 9783038234425
Gebunden, 376 Seiten, 31,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einer Einleitung von Thomas Feitknecht. Während sechs Jahrzehnten prägte der NZZ-Feuilletonchef und Literaturprofessor Werner Weber (1919-2005) die Literatur seiner Zeit. Die von ihm hinterlassene Korrespondenz lässt ein Stück Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts wieder aufleben. Er verkehrte selbstbewusst mit Thomas Mann und Hermann Hesse und war Kritiker und Förderer junger Autoren. Als Erster veröffentlichte er Texte von Dürrenmatt und Frisch, von Otto F. Walter, Hugo Loetscher, Adolf Muschg und Hermann Burger. Bisher unpublizierte Briefwechsel u. a. mit Max Frisch, Emil Staiger, Karl Schmid und C. J. Burckhardt zeigen, dass der berühmte Zürcher Literaturstreit 1966/67 eine lange Vorgeschichte hatte. Menschlich berührend ist die Korrespondenz mit Paul Celan und Nelly Sachs.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2009

Sehr aufschlussreich findet Walter Hinck die Edition des über sechs Jahrzehnte währenden Briefwechsels des Schweizer Literaturkritikers Werner Weber mit Schriftstellern, Kritikern, Verlegern und Freunden. Insgesamt ergibt der Band ein fesselndes Panorama des deutschsprachigen Literaturlebens, freut sich der Rezensent. Mit Interesse hat er beispielsweise den Niederschlag des Zürcher Literaturstreits von 1966 zwischen Emil Staiger und Max Frisch als Stellvertreter der Schweizer Gegenwartsliteratur gelesen, der sich in dem Band finden lässt. Weber vertrat hier noch die Position Staigers, der die Gegenwartsliteratur für ihre Lust, "im Scheußlichen und Gemeinen zu wühlen", verurteilte, wie Hinck erklärt. Von moderner Literatur und ihren "Inneren Monolog-Zeitfreiheit-Zeitraumverquickungs-Montagen" hielt er nicht viel. Auch Webers persönliche Wandlung von einem Jünger klassischer Dichter wie Hölderlin, Rilke und Mörike bis zur Annäherung an Heine hat der Rezensent in diesem Band gespannt verfolgt, und so wird ihm der Briefwechsel, der bis zum Tod dieses tonangebenden Literaturkritikers der Schweiz 2005 reicht, zu einem fesselnden und informativen "Kompendium der Literaturkritik".
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