Wir entfernen uns immer weiter von dem Wert und Wesen des Echten, des Originals, des Unverwechselbaren - sowohl in der Kultur als auch in Gesellschaft und Wirtschaft. Das Echte ist bereits so exklusiv geworden, dass es als Luxus gilt. Wie konnte es dazu kommen, dass das Einzigartige, Echte, Unverfälschte, das jahrtausendelang als Ideal galt, zu einer Nebensache wurde und die Rip-off-Kultur in allen Bereichen des Lebens fröhliche Urständ feiert? Wo Ideen, Produkte und Methoden geklaut werden und dafür auch kein Unrechtsbewusstsein besteht, wird dieser zentrale Wert der Wissensgesellschaft sabotiert - oft von den gleichen Leuten, die deren Verlust beklagen. Aber gerade für uns gilt: Das Original ist unsere Chance. Das Echte ist unser Kapital. Der Kampf um das Echte ist keineswegs sinnlos, er muss nur immer wieder neu geführt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2024
Wichtige Erkenntnisse stecken in diesem Buch, glaubt Rezensent Philipp Krohn. Der Publizist und Journalist Wolf Lotter beschäftigt sich darin, erfahren wir, mit dem Wert des Echten, insbesondere in Bezug auf die Transformation der Industriegesellschaft zu einer Wissensökonomie. Historische Beispiele für Diskurse des Echten bis zurück in die Antike kommen vor, lesen wir bei Krohn, gleichzeitig geht es jedoch auch um Gedanken zur Gegenwart, etwa wenn argumentiert wird, dass hierzulande immer noch Quantität zu viel und Qualität zu wenig geschätzt werden. China ist da schon weiter, meint Lotter laut Krohn, da weiß man mehr über den Unterschied von Originalität und Kopie. Toll, wie Lotter sein Argument auch über Disziplingrenzen hinweg entwickelt, meint Krohn. Konkrete Anregungen für Unternehmer finden sich hier freilich laut Rezensent eher nicht. Dennoch ein Buch, so das Fazit, das einige wichtige Aspekte des "KI-Tiktok-Taylor-Swift-Tesla-Zeitalters" zu fassen bekommt.
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