Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Welt in ein politisches und wirtschaftliches Chaos gestürzt. Der jahrzehntelang vom Westen wenig beachtete Staat Ukraine steht plötzlich im Zentrum internationaler Aufmerksamkeit. Zum Verständnis des Konfliktes ist der Blick auf die Hintergründe der verstörenden Ereignisse der Gegenwart unerlässlich. Jahrhundertelang stand das Land in Abhängigkeit seiner Nachbarn. Doch am Ende des 20. Jahrhunderts schien der Kampf um die Souveränität der Ukraine entschieden.25 Beiträge namhafter Expertinnen und Experten gehen den Stationen der Unterdrückung, Einverleibung und Abhängigkeit bis zum Streben der Ukraine nach Eigenstaatlicheit nach. Aus wissenschaftlicher Perspektive werden ethnische, religiöse und soziale Probleme analysiert sowie politische, geografische, kulturelle und historische Gegebenheiten dargestellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2023
Gar nicht genug loben kann Rezensent Florian Keisinger diesen vom Historiker Wolfgang Benz herausgegebenen Sammelband zur Geschichte und Gegenwart der Ukraine. Der Band versammelt Beträge von 24 Autoren, die den Fokus auf die Unabhängigkeitsbestrebungen der Ukraine seit dem frühen 19. Jahrhundert legen. Besondere Aufmerksamkeit wird beispielsweise auf die Periode der ersten ukrainischen Unabhängigkeit gelegt, lesen wir, und auf die darauffolgende brutale "Restauration des Zarenreichs" durch die Sowjetunion, deren Höhepunkt der "Holodomor" in den Dreißiger Jahren darstellte. Die Beitrage ergeben ein klares Bild: Ein Blick in die Geschichte hätte erahnen lassen können, dass Russland bei den Freiheitsbestrebungen der Ukraine auf eine höchst agressive Strategie setzen würde, so Keisinger, viel zu lange glaubte man an unrealistische Kompromisse. Somit leiste dieser Band "längst überfällige Aufklärungsarbeit", schließt der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.07.2023
Beeindruckt zeigt sich Rezensent Christian Thomas von dem von Wolfgang Benz herausgegebenen Sammelband zur Geschichte der Ukraine, den er sich für seine "kleine Ukraine-Bibliothek" angeschaut hat: So versammeln 25 Aufsätze von Experten allerhand Informationen zu so verschiedenen Aspekten der ukrainischen Geschichte wie den Pogromen der Zarenzeit, den immer wieder mit (sowjetischer) Gewalt beantworteten Unabhängigkeitsbestrebungen als auch der schwierigen Frage, ob der Holodomor als Genozid zu werten ist. Den immer wieder schwierigen Bestrebungen der Ukraine nach Souveränität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit spürt Thomas in diesem interessanten, lehrreichen und auch vor Imperialismus und Waffengewalt mahnenden Buch gerne nach.
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