Wolfgang Detel

Schockierende Ungleichheit

Warum Ultra-Reichtum unsere Demokratie bedroht und welche Maßnahmen wir dagegen ergreifen sollten
Cover: Schockierende Ungleichheit
Felix Meiner Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783787348787
Kartoniert, 412 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

In vielen demokratischen Staaten brennt die Hütte, auch in Deutschland. Rechtspopulismus, Faschismus, alarmierende soziale Ungleichheit, prekäre Arbeitsverhältnisse, wachsende Staatsschulden, Abbau sozialer und kultureller Errungenschaften bedrängen fast überall die Demokratie. In seinem politischen Essay nimmt der Philosoph Wolfgang Detel eine der zentralen Ursachen für diese Entwicklung in den Fokus, nämlich die extreme und weiter zunehmende ökonomische Ungleichheit. Und er schlägt einen Weg vor, der neben den üblichen Lösungen der Staatsschuldenkrise - weitere Schuldenaufnahme und Abbau von Sozialleistungen - zu erheblichen Mehreinnahmen führen würde: die finanziell stärkere Beteiligung der Ultra-Reichen. Damit stünden deutlich mehr Mittel etwa für Klimapolitik, Landesverteidigung, Integration von Migranten, Bildung und Milderung der Armut zur Verfügung. In sechs Kapiteln analysiert Detel Geschichte und Gegenwart der ökonomischen Ungleichheit und wie die neoliberale Transformation, unterstützt durch eine philosophisch-ökonomische Ideologie, diese Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten angetrieben hat. In einem weiteren Teil wird eine Fülle konkreter steuerlicher Maßnahmen vorgestellt, die geeignet wären, die ökonomische Ungleichheit in Deutschland erheblich abzumildern. Abschließend werden mit Bezug u. a. auf Axel Honneth, Michael Sandel und Thomas Piketty Entwürfe zur nachhaltigen Transformation der neoliberalen Marktwirtschaft skizziert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.03.2026

Einen "großen Wurf" sieht Rezensent Michael Hesse im neuen Buch des emeritierten Frankfurter Philosophen Wolfgang Detel über die Gefahren sozialer Ungleichheit für die Demokratie. Der Autor bündle gekonnt die Forschungsergebnisse von Piketty, Atkinson und Stiglitz und spitze die Frage normativ zu: Ungleichheit sei nur akzeptabel, wenn sie den Schwächsten zugute komme, resümiert der Kritiker. Besonders aufschlussreich findet Hesse, dass Detel Ungleichheits- und Klimafragen zusammendenke und die Geschichte des Neoliberalismus differenzierter erzähle, als es der heute zum bloßen Trigger-Wort verkommene Begriff vermuten lasse. Auch Detels Gegenvorschlag imponiert dem Rezensenten: Durch Besteuerung extremer Vermögen ließen sich Mittel mobilisieren, die rund 75 Prozent des Bundeshaushalts entsprächen. Eine "politische Kampfansage an den Fatalismus der Gegenwart", schließt der beeindruckte Kritiker. 

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