Aus dem Amerikanischen von Sabine Schulz. In ihren Reportagen untersucht Xiaowei Wang die politischen und sozialen Folgen des Einsatzes modernster Informationstechnologien im ländlichen China. Von Schweinezüchtern, die Künstliche Intelligenz einsetzen, um das perfekt gezüchtete, gemästete und geschlachtete Tier zu erzeugen, über Hühnerfarmen, die mit Hilfe der Blockchain die Qualität von Lieferketten sicherstellen wollen, bis hin zu den disruptiven Fälschungen von Luxuswaren in entlegenen E-Commerce-Dörfern: Auf Basis direkter Gespräche mit den Menschen vor Ort gibt Blockchain Hühnerfarm ebenso verstörende wie erhellende Einblicke in einen sich fern der bekannten Metropolen längst rasant digitalisierenden Raum. Zudem wird klar: Die Vorstellung von rückständiger Provinz und fortschrittlicher Stadtbevölkerung entbehrt jeder Grundlage, vielmehr führen die Anpassungsstrategien auch kleinster Betriebe vor Augen, wie das Ineinanderwirken von Nahrungsmittelproduktion und Informationstechnologie zu völlig neuen Umwelten führt.
Nicht nur über den Einsatz neuester Technologie, wie eben Blockchain in der Hühneraufzucht, lernt Rezensent Matthias Becker viel von der amerikanisch-chinesischen Autorin Xiaowei Wang: Beim Lesen ihrer Reportagen fügt sich ihm die chinesische Gesellschaft wie ein "Mosaik" zusammen. Das Buch zeigt im Besonderen die Durchdringung des chinesischen Alltags durch den Online-Handel und die Technologie-Konzernen, so Becker. Dass die Autorin Partei für die chinesische Regierung zu ergreift, sieht der Rezensent nicht. Vielmehr gelingt es Wang dem Rezensenten zufolge, die Komplexität der chinesischen Gesellschaft aufzuzeigen, den Widerspruch zwischen nationaler Politik und lokaler Umsetzung, gerade weil sie aufgrund ihrer Herkunft und Ausbildung zur Programmiererin einen direkten Einblick in die technischen Vorgänge und den Alltag der Menschen besitzt. Das Buch lässt uns die chinesische Gesellschaft besser verstehen, lobt Becker.
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