Yang Lian

Im Einklang mit dem Tod

Cover: Im Einklang mit dem Tod
PalmArtPress, Berlin 2025
ISBN 9783962582234
Kartoniert, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Chinesischen von Karin Benz. Yang Lian bezeichnet sich nicht nur als "Poet", sondern auch als "Poet-Denker". Seine Werke werden oft als "Denk-Poesie" beschrieben. Die Essaysammlung "Im Einklang mit dem Tod" bündelt eine Reihe von Yang Lians Schriften, die sich mit der politischen Landschaft nach der Kulturrevolution in China befassen, die moderne Transformation antiker Kulturtraditionen untersuchen und die beispiellose seelische Krise der Menschheit in der Ära der Globalisierung reflektieren. Aus seiner einzigartigen Perspektive als Poet hinterfragt er beständig eine Welt, die von Selbstsucht, Zynismus und profitgetriebenen Motiven beherrscht wird. Der Begriff einer Zeit ohne "Überlebende" wird profund durch die Tiefe poetischer Ausdrucksformen aus verschiedenen Epochen veranschaulicht. Letztendlich vereinen diese Essays ein "Wörterbuch des chinesischen Denkens" und ein "Wörterbuch des Weltdenkens" und fördern das Selbstbewusstsein eines unabhängigen Denkers.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.04.2026

Der chinesische Exilliterat Yang Lian legt, freut sich Rezensentin Ilma Rakusa, eine weiter reflektierte, mutige Veröffentlichung vor. Bekannt geworden ist er vor allem mit seinen Gedichten, der vorliegende Essayband nun beschäftigt sich einerseits mit Politik, insbesondere mit dem für Yan Liang fatalen Erbe der Kulturrevolution sowie den autoritären Verhärtungen des gegenwärtigen Überwachungsstaats und dem von ihm scharf verurteilten Ukrainekrieg; andererseits aber auch mit klassischer chinesischer Dichtkunst sowie den besonderen poetischen Möglichkeiten, die die chinesische Sprache bietet. Insbesondere bricht Yang Lian eine Lanze für künstlerische Autarkie, die sich nicht nur von der chinesischen Staatsdoktrin, sondern auch von intellektuellen Moden des Westens wie dessen Fixierung auf Identitätsfragen fern hält.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2025

Rezensent Andreas Platthaus feiert diese Essaysammlung des chinesischen Dissidenten Yang Lian als das "Klügste", was derzeit über China auf Deutsch zu lesen ist: vier Jahrzehnte Denken, Erinnern, Widerstehen, getragen von einer eigensinnigen Sprache, die Yang selbst "Yangwen" nennt und als bewussten Bruch mit dem "alltäglichen" Chinesisch versteht, erfahren wir. Der Band verbindet scharfe Analysen von Partei, Macht und Markt mit poetischer Selbstvergewisserung; schon die eröffnende "Ouvertüre" erfüllt, was Yang von Lyrik verlangt: den "völligen Durchbruch der Grenzen von Zeit und Raum". Besonders hebt Platthaus die Übersetzungsleistung hervor: Wolfgang Kubin erfüllt Yangs Wunsch nach einem nicht normgerechten Deutsch, Jan Wagner überträgt das Gedicht virtuos, und vor allem Karin Betz, die siebzehn Essays und den schönen Begriff des "Yanglischen" prägt, macht dieses Buch in deutscher Sprache überhaupt erst möglich, so der Kritiker.

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