Imke Müller-Hellmann

Leute machen Kleider

Eine Reise durch die globale Textilindustrie
Cover: Leute machen Kleider
Osburg Verlag, Hamburg 2017
ISBN 9783955101411
Gebunden, 250 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Ein ganz alltäglicher Morgen: Aufstehen, ins Bad gehen, sich ankleiden. Doch was wäre, wenn aus dem Schrank die Menschen klettern würden, die unsere Kleidung hergestellt haben? Was würden sie von ihrer Arbeit und von ihrem Leben erzählen? Imke Müller-Hellmann nimmt ihre Lieblingskleidungsstücke und fährt los: Bangladesch, Vietnam, Portugal, Schwäbische Alb, Thüringen, China ... Sie lernt die Näherin ihrer Fleecejacke kennen, den Textilveredler von Slip Claudia und die Spinnerin des Garns ihrer Wandersocken. Sie interviewt Firmenchefs in deutschen Luxushotels und Manager auf staubigen, bengalischen Pisten, fährt an chinesischen Betriebstoren vor und bedankt sich bei den verblüfften Angestellten für ihre Lieblingsjacke. Wovon träumt eine Wanderarbeiterin in China, die 10 bis 12 Stunden am Tag unter Neonlicht näht? Was erhofft sich ein Näher in Bangladesch von seiner Zukunft? Was eine Schuhmacherin in Portugal? Doch bis sie die Menschen besuchen und kennenlernen kann, braucht es Beharrlichkeit. Die Autorin ringt mit den Firmen ihrer Kleidungsmarken um die Herausgabe der Zulieferernamen und bittet Gewerkschaften um Hilfe bei der Suche nach den Menschen, die ihre Kleidung fertigten. Leute machen Kleider ist eine Reise durch die globale Textilproduktion, voller sehr persönlicher Begegnungen. Ein Buch, das vor allem von den Menschen erzählt, die so weit weg zu sein scheinen, es aber eigentlich nicht sind - tragen wir ihre Arbeit doch täglich auf unserer Haut.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2018

Manuela Lenzen erkennt die Bedeutung von Imke Müller-Hellmanns eindringlich wirkenden Recherchen in der Textilverarbeitungsbranche darin, dass die Autorin den ArbeiterInnen in Deutschland, Portugal, China, Vietnam und Bangladesch ganz nahe kommt. Weder soziologische Analyse noch Enthüllungsstory, vermittelt das Buch der Rezensentin so einen Eindruck von den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die vom Nähen und Veredeln der Textilien für den Weltmarkt leben. Witzig, absurd oder auch heikel sind die Begegnungen mit Managern und Machern der Branche, bei denen die Autorin um Besichtigungstermine in den Fabriken bittet, so Lenzen. Gut gefallen hat ihr, dass der Leser sich selbst ein Urteil bilden kann, die Autorin selbst protokolliert vor allem.

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