Jacob Michael Reinhold Lenz, dem Georg Büchner seine berühmte Erzählung gewidmet hat, ist eine faszinierende, aber über biographische Kontexte kaum zu entschlüsselnde Figur. Im vorliegenden Buch geht es nicht darum zu ermitteln, unter welcher Krankheit der historische Lenz tatsächlich gelitten hat, sondern warum diese Krankheitsdiagnose überhaupt relevant erscheinen konnte. Yvonne Wübben diskutiert literarische, literaturwissenschaftliche und psychiatrische Deutungen des Falls, die im späten 19. Jahrhundert wesentlich von der Auseinandersetzung mit Büchners "Lenz" (1839) bestimmt waren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2017
Nach ihrer Arbeit über Hölderlin hätte Rezensent Thomas Thiel von Yvonne Wübben mehr erwartet. Wie die Literaturwissenschaftlerin und Medizinerin Büchners "Lenz" vor der Folie der Psychiatriegeschichte betrachtet, scheint Thiel allzu lückenhaft. Vor allem aber fehlt ihm im Buch eine eigene Interpretation der Autorin. Erhellend immerhin scheint ihm der Blick auf die historische Psychiatrie. Dass diese den Wahn besser kannte als die heutige kognitive Psychologie, wie ihn Wübben erkennen lässt, hält er für bemerkenswert.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…