Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.08.2025 - Architektur

Laura Wurth erinnert in der taz auch an die weniger bekannten Bauten des im Juli verstorbenen Architekten Hinrich Baller und seiner früheren Frau Inken Baller.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.08.2025 - Architektur

Von Sebastian Trommer - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32740210

In der taz macht Nikolaus Bernau einen Rundgang durch die Hufeisensiedlung in Britz und feiert dabei 100 Jahre "Berliner Moderne": Auch damals brauchte man günstigen Wohnraum. "Möglich war das ohne Qualitätsverluste nur durch eine atemberaubende Konzentration der PlanerInnen auf die Wohnungsgrundrisse. Sie war letztlich viel wichtiger als die viel debattierte Vorfertigung. Nicht mehr Platz, sondern die bestmögliche Ausnutzung auch der kleinsten Fläche waren ihr Ziel: Eine Erfindung wie die des kombinierten Besenschranks auf dem Balkon, der zugleich als Kühlungspuffer für den Speiseschrank in der Küche dient, ist einfach genial. So können Wohnungen mit Küche, Bad, Balkon und dreieinhalb Zimmern auf 67 Quadratmetern auch heute noch funktionieren."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.08.2025 - Architektur

IBA-Wohnhaus Pohlstraße, Ecke Potsdamer Straße, Berlin-Tiergarten, 1982-1985. Foto: Gunnar Klack - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0


Der Architekt Hinrich Baller ist gestorben. Oft in Zusammenarbeit mit seiner Frau Inken Baller hat er zahlreiche markante Bauten in Berlin geschaffen, sein früherer Student Niklas Maak erinnert sich in der FAZ an ihn: "Baller hatte nicht nur Architektur, sondern auch Musik studiert, und das sah man seinen Entwürfen an. Er hasste rechte Winkel und wollte Schwingungen bauen. Er wollte die organische Moderne von Taut, Scharoun und Hermkes weiterdenken und die Belebungsenergien des Jugendstils neu erwachen lassen: Das Ergebnis waren Häuser, die sofort als 'typischer Baller' zu erkennen sind - mit wild aufschwingenden Balkonen, spitzen Ecken, viel Verglasung und tiefen Fenstern." Wer verstehen will, dass sozialer Wohnungsbau nicht langweilig sein muss, sollte genau hingucken, empfiehlt Maak: "Was dem Erfinder des Massenwohnungsbaus, dem Sozialutopiker Charles Fourier, vorschwebte, ein opulenter Palast für die Arbeiter, war auch ein Anliegen der Ballers: Großzügigkeit für alle."

Claudia Liebram fügt im Tagesspiegel hinzu: "Ein Wohnhaus in der Dessauer Straße in Kreuzberg fällt mit verwunschenen Erkerfenstern, filigranen Balkonen und die Durchmischung von Funktionalität und Ästhetik auf. Einige Projekte von Hinrich Baller sorgten zeitweise für heftige Debatten und Auseinandersetzungen. Besonders kontrovers war etwa das Hortgebäude der Spreewald-Grundschule in Schöneberg: Nach Fertigstellung musste das Gebäude wegen Baumängeln und fehlender Fluchtwege bald gesperrt werden." Monopol hat ein 2023 geführtes Interview mit Inken und Hinrich Baller noch einmal online gestellt.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.08.2025 - Architektur

In der Welt rät Jan Grossarth dringend zu einem Besuch im spanischen Cáceres, dem die deutsche Industriellentochter Helga de Alvear vor vier Jahren ein neues Museum gestiftet hat. Picasso, Klee oder Goya sind hier ebenso zu finden wie Ai Weiwei, aber auch die Architektur betört: "Die Architektur des Museumsbaus, verantwortet vom Madrider Büro Mansilla + Tuñón, schafft kein Spektakel, aber eine angenehme Atmosphäre. Das elegante, von schlanken Vertikalen geprägte Bauwerk ist wie ein Alter Ego des gegenüberliegenden Gründerzeitbaus. Die Ausstellung wechselt, der Fundus ist groß. Das Museum beherbergt eine der umfangreichsten privaten Sammlungen zeitgenössischer Kunst Europas, erklärt uns eine Mitarbeiterin - mehr als 3000 Werke."

Weitere Artikel: Seit drei Jahren steht das in den 1980er Jahren von dem Architekten Rudolf Weißer entworfene, längst sanierungsbedürftige Chemnitzer Schauspielhaus leer, inzwischen wird die Sanierung sogar in Frage gestellt, stattdessen wird ein Neubau angedacht, meldet Annette Menting in der FAZ. Sowohl der Bund deutscher Architekten und Architektinnen als auch das Chemnitzer Aktionsbündnis "C the Closed" protestieren dagegen.

Der Berliner Architekt Hinrich Baller ist gestorben, meldet der Tagesspiegel.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.08.2025 - Architektur

Marcus Woeller besucht für die Welt das goldene Oval Office von Donald Trump, den neu dekorierten Cabinet Room und den mit Steinplatten bedeckten neuen Rosengarten.

Besprochen wird Johann Betz' Dokumentarfilm "Sep Ruf - Architekt der Moderne", der zur Zeit noch in der Mediathek von 3sat zu sehen ist (FAZ).
Stichwörter: Trump, Donald

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.08.2025 - Architektur

Der Architekt und Künstler Pierre-Christophe Gam sammelt weltweit Träume von Menschen, um seine "Dream-Tanks" - öffentliche Räume für Träume - zu erschaffen. Ihn "faszinierte die Entdeckung, dass Kindheitserinnerungen stark an räumliche Komponenten gebunden sind. Architektur konstruiert also nicht nur den Raum unserer sozialen Interaktion, sondern auch unserer biografischen Orientierung", sagt er im taz-Gespräch mit Astrid Kaminski, in dem er auch skizziert, warum er Realität nur für einen Möglichkeitsraum hält und welches Ziel sein Traumprojekt verfolgt: "Interessant ist, dass sich bei aller Diversität unserer Existenzen nur die Nuancen der Träume voneinander unterscheiden, sie sich im Kern jedoch ähneln. Die Auswertung von mehr als 12.000 Traumprotokollen ist aufwendig, ich kann daher nur verkürzen, wenn ich einige Aspekte herausgreife: Der wichtigste ist der Wunsch nach kleinen, im Kern autarken Gemeinschaften."
Stichwörter: Gam, Pierre-Christophe

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.08.2025 - Architektur

Kevin Vennemann besucht Peter Zumthors Neubau des Los Angeles County Museum of Art für die NZZ und bestaunt den nun nach 19 Jahren fertiggestellten weitläufigen Bau, es befindet sich "die gesamte Ausstellungsfläche, die ungefähr doppelt so groß ist wie die des Kunsthauses Zürich, auf einem einzigen, über der Stadt schwebenden Stockwerk. Hier und dort gibt es kleine Räume, in denen sich kürzere Geschichten isoliert erzählen lassen. Sonst ist dieses eine Stockwerk, das von oben wie ein Tintenklecks aussieht oder wie ein Bumerang, ein einziger großer Raum ohne eindeutiges Zentrum. Rundherum zieht sich eine ununterbrochene, fast einen Kilometer lange Fensterfront, die das Museumsinnere in alle Richtungen zur Stadt hin öffnet. Man fühlt sich weniger wie in einem hermetischen Kunsttempel oder überhaupt wie in einem Gebäude, sondern mehr wie auf einem weiten, offenen Feld. Govan (der Museumsdirektor, d.Red.) schwärmt, dass man von überall in der Stadt auch ins Museum hineinsehen könne, das Museum sich der gesamten Stadt öffne. Er wird wissen, dass das nicht wirklich stimmt."
Stichwörter: Zumthor, Peter

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.08.2025 - Architektur

Das vorläufige Opernhaus auf dem früheren NS-Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, das dem Staatstheater als Ersatzspielstätte dienen soll (unsere Resümees), solange das historische Opernhaus in der Innenstadt saniert wird, macht Fortschritte, meldet die FR mit dpa: "Bühne, Orchestergraben und Zuschauerraum sind in dem Rohbau nach gut acht Monaten Bauzeit schon erkennbar." In der FAZ skizziert Lennart Laberenz am Beispiel eines jahrelangen Baustopps in der Ossietzkystraße in Berlin-Pankow, wo Innenhöfe nachverdichtet werden sollen, weshalb es mit der Nachverdichtung in deutschen Städten nicht vorwärts geht: Bürokratie, verschobene Zuständigkeiten und aufeinanderprallende Interessen von Bewohnern und Politik verhindern den Bau. Im Tagesspiegel erzählt Nikolaus Bernau die Geschichte des Berliner Fernsehturms, dessen Grundstein vor sechzig Jahren gelegt wurde und der in der DDR als repräsentative "Höhendominante" gedacht war und im Westen zunächst weitgehend ignoriert wurde.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.08.2025 - Architektur

Niklas Maak hat in der FAZ wenig Sympathie für die Pläne des Milliardärs Klaus-Michael Kühne, am Hamburger Baakenhafen eine neue Oper zu bauen, ohne einen öffentlichen Wettbewerb auszuschreiben: "... wenn man, wie Kultursenator Carsten Brosda, der an sich ein Glücksfall für Hamburg ist, 'an die lange Tradition der Bürgeroper anknüpfen' will, die bis zur 1678 von Hamburger Bürgern gegründeten Oper am Gänsemarkt zurückreicht: Wäre dann nicht ein etwas genaueres öffentliches Nachdenken darüber, was heute eine Oper sein kann, was in ihrem Bau tagsüber stattfindet, angemessener gewesen als derartige Hinterzimmerdeals?"

Weitere Artikel: In der FAZ gratuliert Maak außerdem der französischen Architektin Anne Lacaton zum Siebzigsten, und in der FAS betrachtet er Pläne für neue Städte in Gaza, The Line in Saudi-Arabien, die neue Hauptstadt Ägyptens oder bei San Francisco, die von Unternehmensberatern und Tech-Firmen geplant werden: Überwachung und Kontrolle der Bürger ist hier alles, lernt er. In der Welt kann Jan Küveler kaum fassen, was sich die Bundesregierung mit der geplanten 777 Millionen teuren Erweiterung des Kanzleramts leistet, die angeblich unbedingt nötig ist, weil die Zahl der Mitarbeiter von 460 auf 852 gestiegen ist und leider jeder ein eigenes Büro brauche: "Derweil kritisiert die Linke in Gestalt ihrer wohnungspolitischen Sprecherin Caren Lay, die Erweiterung des Kanzleramts koste 'ein Viertel dessen, was der Bund jährlich für den sozialen Wohnungsbau ausgibt'."

Besprochen werden die Ausstellungen "Pläne und Träume - gezeichnet in der DDR" in der Berliner Tchoban Foundation (SZ) und "WEtransFORM. Zur Zukunft des Bauens" in der Bundeskunsthalle Bonn (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.08.2025 - Architektur

Gregor Sailer. Ausstellung: Brücken durch die Zeit, Franzenfeste. Foto: © Luca Guadagnini

Zwei Jahre lange durfte Gregor Sailer dort fotografieren, wohin sonst nur Ingenieure und Arbeiter kommen: Auf der Baustelle des Brenner Basistunnels, der 2032 fertig sein soll und dann mit 64 Kilometern Länge der längste Eisenbahntunnel der Welt sein wird, weiß Hannes Hintermeier (FAZ), der in den Bann gezogen wird von den Aufnahmen, die nun in der Ausstellung "Brücken durch die Zeit: Architektur des Unsichtbaren" in der Festung Franzensfeste gezeigt werden: "Seine Bilder verbreiten eine unheimliche Stille, die dort, wo sie entstanden, nicht herrscht. Die Baustellen, die bis zu 1700 Meter tief unter der Oberfläche liegen, fordern mit hoher Luftfeuchtigkeit, Hitze, Lärm, Dunkelheit, Windzug, Vibrationen, Sprengungen. Sailer hält diese Unterwelt ganz altmodisch mit einer analogen Fachkamera fest, arbeitet mit Großformaten. … er zeigt mit Präzisionsästhetik eine verborgene Welt, die Geburt einer Europa verändernden Infrastruktur. Dazu braucht er kein Personal, seine Bilder sind menschenleer."

In der SZ ruft Gerhard Matzig dem im Alter von 81 Jahren gestorbenen Architekten Helmut Swiczinsky, Mitbegründer des Architekturbüros Coop Himmelb(l)au, aus dem er nach einem Bruch mit Kompagnon Wolf Prix ausschied, nach: Ihre anregendsten Bauten waren immer etwas, "das die Schwerkraft herausfordert. Wenn nicht die der Physik, so doch die des Geistes. Die Namen der frühen Swiczinsky-Prix-Projekte sagen schon alles: The Cloud' (...), 'Herzraum Astroballon', 'Haus mit fliegendem Dach', 'Flammenflügel'. Kunst, um der Kunst willen? Nein. Das war Kunst, um der Architektur willen. Nur wenigen anderen 68ern ist es damals gelungen, das nachkriegsmodern-müde Bauen mit einer Überdosis an politischer und gesellschaftlicher Utopie, die zugleich der Ästhetik geschuldet ist, zu revitalisieren."

Auch den Tod des im Alter von 88 Jahren gestorbenen Architekten und Hochschullehrers Uwe Kiessler betrauert Gerhard Matzig in der SZ; war er doch an der TU München dessen Schüler. In der FAZ schreibt Niklas Maak.