Gesellschaftsfähige Garderobe. (Walter van Beirendonck, Herbst/Winter 2010/2011. Hut: Stephen Jones. Bild: Ronald Stoops)Im Londoner Barbican widmet sich eine Ausstellung dem
Vulgären in der Mode. In den dabei zur Schau gestellten "erstaunlichen Formen und Farben" und der "Lust am Exzess"
zeigt sich Marion Löhndorf von der
NZZ, dass das Vulgäre "gesellschaftsfähig" geworden ist: "Denn aus welchem anderen Grund würden die ganz großen Namen der Mode in dieser Ausstellung willig mitspielen? Von Chanel bis Manolo Blahnik, von Lacroix bis Dior und Prada sind hier alle mit Beispielen ihrer Kunst vertreten. Und gar nicht im kritisch-abwertenden Sinne. Jedes einzelne, schrille, schöne oder schräge Kleidungsstück und
jeder verrückte Schuh wird da aufs Podest gehoben, festlich ausgeleuchtet und
gefeiert. ... [Die Schau] hätschelt das Vulgäre wie etwas einst Subversives, das der Mainstream nach großem Widerstand
liebgewonnen hat."
Das
Möbeldesign versuchts mal mit Gemütlichkeit, schreibt Gerhard Matzig in der
SZ im Vorfeld der
Kölner Möbelmesse: Polster und Kissen kommen zurück, der "
Neowattezismus" stehe vor der Tür. "Deutsche Polstermöbel sind ein weltweit begehrtes, hochwertiges Gut. Sitzenbleiben können wir... Wenn e15, zwanzig Jahre nach dem ikonischen Sitzhocker
'Backenzahn', nun erstmals auch einen sofahaft betont gemütlichen (...) Eindruck vermittelt, darf man von einem
Paradigmenwechsel des Sitzens sprechen."
In der
taz würdigt Brigitte Werneburg die im August verstorbene Modedesignerin
Sonia Rykiel, die gewusst habe, "dass Streifen mehr sind als nur Streifen: Sie sind
eine atmosphärische Welt. Mit Streifen verbindet sich der Geruch von Salzluft, der Anblick des Meeres, blendendes Sonnenlicht, Strandkörbe und gestreifte Markisen, die im Wind flattern."