Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.11.2016 - Design


Braun SK 4, Radio-Phono Kombination, 1956. Hans Gugelot und Dieter Rams. Foto: Ernst Hahn, HfG-Archiv Ulm

In London widmet sich eine Ausstellung der einst höchst wirkungsvollen Hochschule für Gestaltung Ulm, die Jörg Heiser in der SZ gar nicht genug rühmen kann. Deren "Techno-Rationalismus brachte Höhepunkte des Designs hervor. Mit der Stereoanlage Braun SK 4 von 1956, bald 'Schneewittchensarg' getauft, verabschiedete sich häusliche Technik von der Tarnung als Möbelstück. Visionär ist das von der Entwicklungsgruppe E 5 unter Otl Aicher 1962 entwickelte Erscheinungsbild für Lufthansa. Heute sind wir raffiniert glatte Corporate-Design-Konzepte gewohnt, vom kleinsten Zettel bis zum riesigen Firmenlogo; damals war so etwas bahnbrechend."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.11.2016 - Design

Jean-Paul Gaultier war in Berlin zu Besuch, berichtet Anke Sterneborg in der SZ.
Stichwörter: Gaultier, Jean-Paul

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.11.2016 - Design



Im Freitag freut sich Hannes Klug darüber, dass das Museum für Angewandte Kunst in Köln den Gestalter Willy Fleckhaus - verantwortlich unter anderem für den typischen Suhrkamp-Look, die legendäre Zeitschrift Twen und das Logo von "Ein Herz für Kinder" - mit einer Ausstellung würdigt: "Man könne nicht Brecht, Adorno oder Benjamin, die den Geist jener Zeit ausdrückten, in Büchern publizieren, deren Umschläge diesem Geist nicht entsprächen", fasst Klug Fleckhaus' Auffassung zusammen. "Vernünftiger müssten die Bücher aussehen, moderner eben. Es war die inhaltliche Argumentation, die Unseld überzeugte: Die Oberfläche, so verführerisch Fleckhaus sie gestaltete, war nur ein Vehikel, um Inhalte zu transportieren. Gehalt und Gestaltung flossen stimmig ineinander. Unseld attestierte Fleckhaus, dass er es auf geradezu magische Art hinbekam, den komplexen Inhalt der Bücher zu transportieren."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.10.2016 - Design

Für den Freitag unterhält sich Katja Kullmann mit der Kulturwissenschaftlerin Barbara Vinken, die sich in ihrem neuen Buch kulturphilosophisch mit dem Phänomen der Mode auseinandersetzt. Über einen Literaturnobelpreis für eine Modelinie würde man sich nach Lektüre des Gespächs nicht wundern: Vinken plädiert jedenfalls dafür, Mode "auch ästhetisch zu betrachten. Man kann Textilien tatsächlich genauso lesen wie Texte. Kleider haben eine historische Mehrschichtigkeit, sie spielen mit Zitaten. Manieristisch im Gegensatz zu klassisch zum Beispiel: Ein Stil ist immer eine Weltsicht. Genau wie die Literatur arbeitet die Mode mit einem vorgegebenen Vokabular, hängt von Gemeinplätzen ab - um diese zu unterlaufen, als Kommentar in Kleidern über Kleider. Nehmen Sie die Geschlechterrollen: Die wurden immer über Kleidung angeboten. ... Ein gutes Kleidungsstück oder eine gute Kollektion hat ein ähnliches Raffinement wie ein Gedicht."

Und: Im Interview mit der FAZ erklärt Toby Bateman, Geschäftsführer des Onlinehändlers Mr. Porter, warum inzwischen auch Männer gern online Kleidung kaufen: "Männer wollen verstehen, was sie da kaufen. Das können wir als Website viel konsequenter erklären als ein Laden in der Fußgängerzone. Wenn da ein guter Verkäufer steht: super. Aber in neun von zehn Fällen wird wohl eher die Teilzeitkraft arbeiten, die selbst nicht weiß, warum dieses Hemd von Zegna 300 Euro kostet."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.10.2016 - Design

Für den Tagesspiegel besucht Gunda Bartels die "Do it yourself-Design"-Ausstellung im Berliner Bröhan-Museum.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.10.2016 - Design


"Entfaltungsraum. PS: Sür-Prix" By De Niz.

Von rührender Bescheidenheit und doch ungemein beeidnruckend findet Jürg Zbinden in der NZZ die Präsentation der großen Schneiderin Deniz Ayfer, die das Erbe der Schweizer Modeschöpferin Christa de Carouge übernommen hat und in der Zürcher Mühle Tiefenbrunnen ihre Kreationen vorstellte: "Hauptakt war eine von Deniz Ayfer präsentierte multivariable Textilie namens 'Freiraum': ein freier Raum zur Gestaltung eines persönlichen Gewands. Daraus kann eine Bluse, eine Jacke, ein Kleid, eine Hose werden oder auch ein Overall. Erhältlich ist 'Freiraum' in verschiedenen Stoffausführungen, ein De-Niz-Basic wie die begehrten Tuniken von de Carouge. Ein Stoff mit fünf Einschnitten, der bewegt werden muss, um diese sichtbar zu machen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.10.2016 - Design


Bild: Paul Schietekat, High Tide Heels, Gent, 2006

In der NZZ besucht Bettina Maria Brosowsky die Ausstellung "sports / no sports", die sportliche Kleidung in der Mode erkundet. Mit Lockerheit hat sportlicher Chic längst nichts mehr zu tun: "Die ästhetische Revolte, der Befreiungsgestus, ist zum lukrativen Kommerz geworden, Sportartikelhersteller beschäftigen Modedesigner für sogenannte Kapselkollektionen, die Haute Couture zitiert Sportattribute, Sportler haben eigene Modelllinien. Und selbstverständlich folgen wir alle, mehr oder weniger getrieben, dem gesellschaftlichen Imperativ des schlanken, durchtrainierten und permanent selbstoptimierten Körpers, denn nur er gilt als gesund. Die Industrie liefert passende Hightech-Funktions-Textilien: Anzüge zur Leistungssteigerung durch Körperkompression oder zusätzliche, elektronisch stimulierte Muskelkontraktion, per Smartphone zu steuern.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.10.2016 - Design

Im ZeitMagazin spricht Claire Beermann mit dem britischen Modedesigner J.W. Anderson, der zu geschmacksunsicherer Mode ein ausgesprochen taktisches Verhältnis aufweist: "Hässlichkeit verleiht einem Look eine gewisse Ironie. Es ist gut, das Auge mit etwas herauszufordern, das nicht als geschmackvoll gilt. So entsteht Neues. ... Pavesi lehrte mich die Regeln des guten und des schlechten Geschmacks, die Art, wie man einen Look aufbaut. Von ihr habe ich die Kunst der Vermischung von Schönem und Hässlichem, von reichen und billigen Materialien gelernt, die für Spannungen sorgt." (Foto: J.W. Anderson)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.10.2016 - Design


Konnte nicht nur Kultur, sondern auch Revolte: Willy Flecks "Twen"-Cover von 1963 und 1966.

Mladen Gladic besucht für die Welt im Kölner Museum für angewandte Kunst die Schau zum großen Grafiker und Buchgestalter Willy Fleckhaus: "Fleckhaus' Gestaltung der edition Suhrkamp in den Farben des Regenbogens, die aus der BRD noir ab 1964 eine paratextuelle BRD kunterbunt machte, sorgte auch dafür, dass man solche Bücher nicht einfach mehr herumliegen ließ, um sie nach der Lektüre - die für Adorno gar nicht erst so heißen konnte, sondern eher schnöden Konsum bedeutete - so einfach 'herunterzufegen'."

Für die SZ bespricht Thomas Steinfeld die Ausstellung "Culture Chanel - La donna che legge" im Ca' Pesaro in Venedig.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.09.2016 - Design

Für die taz besucht Markus Weckesser die Willy Fleckhaus gewidmete Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Köln.


Stichwörter: Fleckhaus, Willy