
Trinkservice No.248. von Adolf Loos für die Firma Lobmeyr entworfenIn der Ausstellung "Das Glas der Architekten" im
Wiener MAK erfährt Almuth Spiegler, was den Avantgardisten und Ornament-Verächter
Adolf Loos an der
Glaskunst so faszinierte, die heute so tantig und unmodern wirkt. Und sie lernt, dass "schlichte zylindrische Gläser mit geraden Wänden" zum Schwierigsten überhaupt in der Glasbläserei gehören: "Nur wer das
Glas zu Ende neigt, wird belohnt: Der Boden ist nicht klar wie der Rest, sondern mit zart mattem Brillantschliff gekachelt, nach der Idee des sogenannten Napoleon-Glases in der Schatzkammer des KHM von 1829. Denn das Ornament, das es in aller Perfektion schon gebe, solle man kopieren. Nur ja nicht variieren, so Loos. Genau das taten seine ästhetischen Feinde der Wiener Werkstätten rund um Josef Hoffmann allerdings mit Leidenschaft. So viel zum
Kampf der Geschmacksgiganten, der bis heute nicht eindeutig entschieden ist.

Die
Moderne ist auf dem Rückzug, dafür strebt jetzt auch
Birkenstock mit Wohlfühlbetten in den Möbelmarkt,
stellt Gerhard Matzig von der
SZ beim Besuch der
Möbelmesse in Köln fest. Er vermutet dahinter einen Trend: "Das
dezent esoterische Wohnen dient als Schutzmechanismus gegen fast jede Unbill. So belegen die immer etwas gerontologisch aussehenden Anti-Stress-Möbel ganze Hallen der Messe. ... Manche Sofas und Betten haben auch Baldachine - um sich dahinter vor der Welt zu verstecken. Das
Cocooning-
Mobiliar wird also immer auffälliger. Nicht unbedingt auch immer raffinierter."
(Foto: Das Bett Canberra der Firma Birkenstock)Anlässlich der Ausstellung "Les Suisses de Paris" im
Museum für Gestaltung in Zürich
schreibt Katrin Schregenberger in der
NZZ über den Schweizer Grafiker
Jean Widmer.