Intervention

In der Reihe "Intervention" veröffentlichen wir kompakte, meinungsstarke Stücke unterschiedlicher Autoren zu politischen oder kulturellen Themen.
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Aggressiv-destruktive Beliebigkeit

Intervention 22.09.2023 Rechts? Links? Scheißegal. Die wohl kommende Liste Wagenknecht zeigt einerseits das zerstörerische Potenzial von Ideologien, andererseits aber auch, wie austauschbar die Versatzstücke einst vermeintlich konsistenter politischer Wahnsysteme geworden sind. In vielem ähneln die Aussagen Wagenknechts denen der AfD bis aufs Haar, natürlich vor allem in ihrem Putinismus. Auch auf der globalpolitischen Ebene erreicht die Verwischung der Gegensätze eine ungeahnte Dimension. Von Richard Herzinger

Auf dem Weg ins Schweigen

Intervention 14.09.2023 Als Constantin Schreiber auf dem Podium angegriffen wurde, ist ihm niemand zur Seite gesprungen. Nun hat er verkündet, nicht mehr über den Islam zu sprechen oder publizieren zu wollen. Nachvollziehbar. Autoren und Autorinnen, die sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzen, von Seyran Ates über Necla Kelek bis Ahmad Mansour ist Schlimmeres widerfahren. Und auch bei ihnen solidarisiert sich die Zivilgesellschaft nicht. Das Schweigen ist politisch erwünscht. Von Peter Mathews

Verheerende Konsequenzen

Intervention 24.08.2023 Die US-Wahlen 2024 haben eine epochale Dimension. Aus eigener Kraft sind die europäischen Demokratien bis heute nicht in der Lage, den Kontinent effektiv vor der Bedrohung durch aggressive Mächte zu schützen. Sollten sich die USA von Europa abwenden oder gar überhaupt aus dem Kreis der liberalen Demokratien verabschieden, würde dies nicht nur das westliche Verteidigungsbündnis, sondern auch die Europäische Union kaum überleben. Von Richard Herzinger

Die Nato in ihrer Unentschlossenheit

Intervention 04.08.2023 Ungeachtet der Beteuerungen westlicher Regierungen, sie würden die Ukraine so lange wie erforderlich militärisch unterstützen, droht die Stimmung in Richtung eines faulen "Kompromisses" mit dem Aggressor Russland zu kippen. Besonders zynisch wirken in diesem Kontext Klagen, dass die ukrainische Gegenoffensive nicht schnell genug vorankommt, denn daran ist der Westen selbst mit schuld. Wenn die politischen Verantwortlichen in den westlichen Demokratien diesen geistigen Kapitulationstendenzen nicht energisch entgegentreten, wird dies nicht nur die Ukraine teuer zu stehen kommen. Von Richard Herzinger

Die Exzesse dieses Engagements

Intervention 02.08.2023 Der Fall Fabian Wolff ist eigentlich kein Fall Wolff, sondern ein Fall Zeit online. Es kommt doch nicht darauf an, in einem Faktencheck zu versichern, dass man jede Behauptung Wolffs in seinem 70.000-Zeichen Essay auf Stichhaltigkeit geprüft hat. Es käme darauf an zu erklären, was man an diesem Autor fand, dass man ihm einmal 40.000 Zeichen zur Ausbreitung seiner angeblichen Identität und dann nochmal 70.000 für das Dementi zur Verfügung stellte? Von Lukas Pazzini

Nur bitte nicht pauschal

Intervention 04.07.2023 Nicht was Ahmad Mansour denkt, ist wichtig, sondern was ihn "überhaupt dazu qualifiziert". Es ist ein Muster linker Rufmordkampagnen, die Qualifikation von Diskursgegnern in Zweifel zu ziehen, statt sich mit ihren Argumenten auseinanderzusetzen. Und prominente BDS-Lobbyisten ließen sich gerne dafür einspannen. Eine Twitter-Debatte über den Experten, und ob er einer ist, wirft ein deprimierendes Licht auf den Zustand von Öffentlichkeit heute. Von Thierry Chervel

Diese seltsame Wendung

Intervention 30.06.2023 Wunschdenken bestimmte die Wahrnehmung von Jewgeni Prigoschins Coup am letzten Samstag. Die Vorstellung, dass sich der putinistische Machapparat in internen Fraktionskämpfen selbst zerlegen könnte, hat etwas Verführerisches. Sie vermittelt die Illusion, wir könnten als unbeteiligte Beobachter dabei zusehen, wie sich die Bedrohung durch das putinistische Terrorsystem von alleine aus der Welt schafft. Damit würde es uns im Westen erspart bleiben, eine wahrscheinlich sehr lange währende Konfrontation mit dieser aggressiven Macht durchzustehen. Von Richard Herzinger

Beschönigende Haltung

Intervention 23.06.2023 Unter dem Titel "Wehrhaft. Resilient. Nachhaltig" legt die Bundesregierung zum ersten Mal eine umfassende nationale Sicherheitsstrategie vor. Immerhin! Doch wo es um konkrete strategische Ziele geht, bleibt das Papier vage. Dass sich Deutschland für eine regelbasierte internationale Ordnung und Menschenrechte einsetzen will - wer könnte etwas dagegen haben? Gerade im letzten Punkt aber fragt man sich, wie glaubwürdig solche Beteuerungen tatsächlich sind. Von Richard Herzinger
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