Intervention

In der Reihe "Intervention" veröffentlichen wir kompakte, meinungsstarke Stücke unterschiedlicher Autoren zu politischen oder kulturellen Themen.
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Treibende Kräfte

Intervention 23.12.2024 Deutsch-russische Netzwerke arbeiten intensiv daran, den Kontakt zum Kreml wiederherzustellen und die deutsche Politik zu einer Wiederannäherung an das Putin-Regime zu bewegen. Und das, obwohl es keinerlei Anzeichen für eine Änderung des aggressiven Verhaltens Russlands gegenüber Europa und Deutschland gibt. Koaliert Friedrich Merz nach der Bundestagswahl mit der SPD, droht die deutsche Russland-Politik ins alte Gleis der Kollaboration zurückzukehren. Von Richard Herzinger

Journalismus von Propaganda unterscheiden

Intervention 09.12.2024 Bei der Mitgliederversammlung des PEN Berlin am Sonntag kam es zu Streit. Der PEN Berlin veröffentlicht eine Petition "für den Schutz von Schriftsteller:innen und Journalist:innen im aktuellen Nahostkonflikt", die aber nicht Zustimmung aller Anwesenden fand, obwohl sie selbst schon ein Kompromissvorschlag war. Wir bringen die "öffentliche Distanzierung von Mitgliedern des PEN Berlin zur Resolution der Mitgliederversammlung am 8. Dezember 24".

Aufruf für Boualem Sansal

Intervention 27.11.2024 Boualem Sansal, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels des Jahres 2011, droht wegen einer Meinungsäußerung zur algerischen Geschichte eine jahrelange Gefängnisstrafe. Sansal ist algerischer und französischer Staatsbürger, also Europäer. Wir, deutsche und internationale Schriftsteller und Journalisten und Repräsentanten von Kulturorganisationen, fordern Solidarität mit Boualem Sansal. Wir verlangen seine sofortige Freilassung! Wir unterstützen die Bemühungen von Außenministerin Annalena Baerbock, Aufklärung über die Lage Sansals zu erhalten. Aktualisierung am 6. Dezember: Salman Rushdie hat den Aufruf unterzeichnet - und viele weitere. Aktualisierung am 11. Dezember. Der Börsenverein intensiviert seine Kampagne, der Perlentaucher-Aufruf liegt in Buchhandlungen aus.

Kriminalisierung einer abweichenden Meinung

Intervention 26.11.2024 Boualem Sansal, der seit zehn Tagen vermisst wurde, ist nun einem Gericht in Algier vorgeführt worden. Vorgeworfen werden ihm offenbar nicht seine islamkritischen Ansichten, sondern Äußerungen zum algerisch-marokkanischen Verhältnis und zur Geschichte Algeriens. Staatsmedien werfen ihm "Negationismus" vor. Solche Vorwürfe dürfen die deutsche Diplomatie, die in Algerien noch einigen Kredit hat, und die Kulturstaatsministerin nicht daran hindern, sich entschieden für den in schwere Gefahr geratenen Friedenspreisträger Boualam Sansal einzusetzen. Von Claus Leggewie

Über Jahre hinweg immer wieder

Intervention 18.11.2024 Wie in ein paar alte Pantoffeln schlüpft die SPD zur Zeit wieder in ihre alte Russlandpolitik zurück. Um sich als "Friedenskanzler" zu inszenieren, wertet Scholz Putin durch ein sinnloses Telefonat auf. Frank-Walter Steinmeier gerät außer Fassung, wenn er mit der Wahrheit über seine Politik konfrontiert wird. Nicht nur der SPD, sondern der deutschen Politik und Öffentlichkeit insgesamt ist ins Gewissen zu rufen: Das finale Resultat der demokratischen Umstürze von 1989/90 steht noch keineswegs fest. Von Richard Herzinger

Lob des Pessimismus

Intervention 01.11.2024 Anne Applebaum hat am 20. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt am Main den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten und eine großartige Dankesrede gehalten. An einer Stelle ist allerdings ein kleiner Einwand angebracht: Sie sagte, der Kampf gegen totalitäre Bedrohungen sei auch ein Kampf gegen "Hoffnungslosigkeit und Pessimismus" im Westen. Ist es nicht eher ein blinder  Optimismus, der Europa und die Welt gegenüber Putin in die Irre geführt hat? Von Richard Herzinger

Russische Experten

Intervention 24.09.2024 Die deutsche Öffentlichkeit reflektiert längst nicht genug, in welchem Maß das Land mit prorussischer Propaganda überzogen wird. Fake News  in den sozialen Medien sind das eine. Aber auch etablierte Medien werden mit Kreml-Propaganda gefüttert. Im deutschsprachigen Raum sind es einstmals seriöse Blätter wie die Schweizer Weltwoche und die Berliner Zeitung, die sich in der Hand kremlnaher Verleger befinden. Erforderlich wäre etwa ein regelmäßiges Briefing, in dem vor den neuesten Desinformations-Angriffen gewarnt wird. Von Richard Herzinger
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