Intervention

In der Reihe "Intervention" veröffentlichen wir kompakte, meinungsstarke Stücke unterschiedlicher Autoren zu politischen oder kulturellen Themen.
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Schillernder Verlierer

Intervention 12.08.2025 Vor 85 Jahren holte Ramon Mercader mit dem Eispickel aus und zertrümmerte Leo Trotzki, der im mexikanischen Exil als eine Art streng überwachter Sektenguru lebte, den Schädel. Seinen Mythos zertrümmerte er nicht,. Trotzki wurde zur Projektionsfigur einer romantischen Linken, die hoffte, einen Totalitarismus ohne Opfer oder zumindest ohne die graue Anmutung des Stalinismus errichten zu können - Trotzki selbst übrigens hatte sich von seinem "Roten Terror" nie distanziert. Von Richard Herzinger

Ohne den Hauch eines Bewusstseins

Intervention 04.08.2025 200 deutsche  Fernsehprominente schreiben einen Aufruf an Friedrich Merz unter dem Titel "Lassen Sie Gaza nicht sterben". Sie haben keine Zeit, an die israelischen Opfer zu denken, deren Ermordung die Hamas in euphorischen Videos feierte, denn sie müssen Israel daran hindern, "Millionen von unschuldigen Menschen auf brutalste Weise kollektiv zu bestrafen". Interessant ist, was der Aufruf alles nicht fordert. Eine Replik Von Thomas Stern

Die Illusionsblase

Intervention 01.08.2025 Wie wenig die Aufarbeitung der Vergangenheit, auf die Deutschland so stolz ist, tatsächlich gefruchtet hat, sieht man Äußerungen zwar wenig bedeutender, aber omnipräsenter Köpfe Ole Nymoen, der glaubt, man könnte sich mit russischer Besatzung einfach arrangieren. Was sich als pazifistischer Standpunkt geriert, ist Ausdruck von Wohlstandsegoismus. Nymoen steht für eine Jugend, der eingeredet wurde, der ewige Friede sei erreicht - und die die Folgen dieser Saturiertheit wird ausbaden müssen. Von Richard Herzinger

Nicht ohne Erfolge

Intervention 15.07.2025 Ob ein "Regime Change" im Iran möglich ist, ist die eine Frage. Die andere Frage ist, wie über die vergangenen Interventionen des Westens in Afghanistan, dem Irak und Libyen gedacht wird: Ist deren  Bilanz überhaupt so gänzlich verheerend, wie es meist dargestellt wird? Wer das behauptet, suggeriert, dass das Fortbestehen monströser Diktaturen wie der Saddams im Irak, der Taliban in Afghanistan und Gaddafis in Libyen dem heutigen Zustand vorzuziehen gewesen sei, hätten diese doch immerhin zur "Stabilität" in der Region beigetragen. Das kommt jedoch einer Verharmlosung dieser Regime gleich, die zu den gefährlichsten der neueren Geschichte zählten. Von Richard Herzinger

Was soll Sansals Verbrechen sein?

Intervention 03.07.2025 Der 5. Juli, der algerische Nationalfeiertag, könnte Präsident Abdelmadjid Tebboune Gelegenheit bieten, den schon seit über einem halben Jahr inhaftierten Boualem Sansal zu begnadigen. Es wäre das erste Zeichen der Entspannung in einer seit Monaten immer weiter zugespitzten Situation. Was Algerien seit Monaten aufführt, auch mit den Nachstellungen gegen den Schriftsteller Kamel Daoud und zuletzt mit der Verurteilung des Sportjournalisten Christophe Gleizes, ist ein als Kraftmeierei getarntes Armutszeugnis. Von Claus Leggewie

Angriff auf Taiwan

Intervention 22.05.2025 Ermutigt von Trump, der die Ukraine fallen lässt, seine Alliierten verhöhnt und mit Putin poussiert, fühlt sich China inspiriert, Taiwan zu überfallen. Denn angesichts der exzessiven Aufrüstung, die das chinesische Regime betreibt, ist zu bezweifeln, dass es sich bei der Unterwerfung der Insel auf nichtmilitärische Mittel beschränken wird. Eine autoritäre Macht, die wie China eine solch gewaltige Militärmaschinerie aufbaut, braucht früher oder später einen realen Krieg. Von Richard Herzinger

Wer war's & warum?

Intervention 14.05.2025 Nochmal zu Friedrich Merz' Stolperstein auf dem Weg zum Bundeskanzleramt: Wer beim ersten Wahlgang zur Bundeskanzlerwahl gegen ihn gestimmt hat, werden wir nie erfahren.. Aber es bleibt auch eine andere Unsicherheit angesichts von Friedrich Merz' nicht so großer Mehrheit: Warum sollten die superreichen Fellow Traveller der AfD aus den USA sich nicht Agents Provocateurs in den Koalitionsparteien suchen & finden, jetzt oder in Zukunft? Eine Spekulation. Von Wolfram Schütte

Preis für einen Unerschrockenen

Intervention 14.05.2025 Algerien hat Boualem Sansal als Geisel genommen, die französischen "Links"-Nationalisten sahen sich außerstande, im Parlament einem parteiübergreifenden Appell zur Freilassung des Autors zuzustimmen, da sie ihre islamistische und islamophile Wählerschaft nicht verprellen wollte. Da ist es um so wichtiger, dass Sansal morgen den renommierten Jiří-Theiner-Preis des tschechischen Buchhänderverbands bekommt. Entgegennehmen wird ihn sein Schriftstellerkollege Kamel Bencheikh. Von Claus Leggewie
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