Magazinrundschau - Archiv

BBC Magazine

5 Presseschau-Absätze

Magazinrundschau vom 04.10.2017 - BBC Magazine

Die BBC porträtiert in einer Reportage die fünfzehn Bewohner des 21. Stock im Londoner Grenfell Tower. Eine fünfköpfige Familie aus Marokko und eine achtzigjährige Frau von den Philippinen kamen bei dem Brand im Juli ums Leben, die anderen überlebten: "Das Feuer im Grenfell Tower tötete zig Menschen und machte aus dem Haus eine verschmorte Ruine. Es erinnert an einen der dunkelsten Tage in der Geschichte des modernen England. Jedes der Stockwerke erzählt eine andere Geschichte - von London und seinen Einwohnern, von Migration und Gentrifizierung, von Leben die gelebt wurden und unter tragischen Umständen zu Ende gingen. Der Grenfell Tower war ein sehr lebendiger Mikrokosmos in der englischen Hauptstadt."

Mehr dazu: Laut dem Guardian liegt die Zahl der identifizierten Opfer mittlerweile bei 68, darunter 18 Kindern - Schätzungen zufolge gibt es noch mindestens 13 nicht identifizierte Tote. In einem weiteren Artikel beleuchtet der Guardian die politischen Hintergründe und offenen Fragen um den Brand.

Magazinrundschau vom 30.09.2014 - BBC Magazine

Schick und multimedial hat die BBC Jeff Mayshs großes Porträt des griechischen Räubers - und Abgotts der Anarchisten - Vassilis Paleokostas aufgearbeitet. Immer wieder brillierte er durch kühne Bankein- und Gefängnisausbrüche und streute sein Geld unters Volk. Das machte ihn in Krisenzeiten recht populär. Auf angenehme Weise spannt er die Bevölkerung in seine Strategien ein, wie Maysh anhand eines großen Bankeinbruchs mit anschließender Flucht erläutert: "Dann kamen die Sirenen. Die Gruppe brauste in einem gestohlenen Auto in Richtung der Berge ihrer Kindheit davon, aber die Polizei war ihr auf den Fersen. Vassilis warf mehrere Hände voll Bargeld aus dem Fenster. Wolken von Banknoten regneten auf die Einwohner der Stadt hernieder, es entstand Chaos. In gerade mal drei Minuten waren 125 Millionen Drachmen, etwa 360.000 Pfund, unter der Nase der Behörden geklaut worden. Es bleibt der größte Bankraub in der griechischen Geschichte und der einzige mit Beteiligung der Passanten." Paleokostas ist nach wie vor auf der Flucht.

Magazinrundschau vom 10.09.2013 - BBC Magazine

William Kremer erzählt die Geschichte von David Good, der ins entlegene Grenzgebiet zwischen Venezuela und Brasilien reist, um nach zwanzig Jahren seine Mutter Yarima wiederzusehen. Als Frau des Anthropologen Kenneth Good, der in den sechziger Jahren über das indigene Yanomami-Volk geforscht hat, lebte Yarima einige Jahre in den USA, bevor sie für immer in den Urwald zurückkehrte. Dort wird David mit großem Amusement aufgenommen: "Die Yanomami haben kaum Vorstellungen von dem sehr unterschiedlichen Leben der Außenseiter. Den Mangel an praktischen und sprachlichen Fähigkeiten, den die Weißen an den Tag legen, erklären sich die meisten mit schierer Dummheit. 'Ich sagte ihnen Yanomami keye - ich bin Yanomami', sagt David. 'Und dann fiel ich die Flussböschung hinab oder stolperte über Weinreben, oder ich stieß gegen einen falschen Baum und bekam einen Schwall bissige Ameisen auf den Kopf. Sie fanden das unwiderstehlich komisch."
Anzeige

Magazinrundschau vom 29.01.2013 - BBC Magazine

Wussten Sie, dass hohe Absätze ursprünglich für Männer erfunden worden waren? Die Perser benutzen sie, um beim Pfeilschießen besseren Halt in ihren Steigbügeln zu haben (Bild), erzählt William Kremer im BBC Magazine. Als persische Diplomaten 1599 Europa bereisten, fanden die europäischen Adligen ihre Absätze ungeheuer machohaft und kopierten sie. "Doch eine Manie in der Frauenmode für Elemente der Herrenkleidung führte dazu, dass die Absätze bald auch von Frauen und Kindern getragen wurden. 'In den 1660er Jahren schnitten sich Frauen die Haare ab und trugen Epauletten' sagt Elizabeth Semmelhack vom Bata Shoe Museum in Toronto. 'Sie rauchten Pfeife und trugen Hüte, die sehr männlich wirkten. Darum adoptierten Frauen die Absätze - um ihre Outfits zu maskulinisieren.' Von dieser Zeit an folgte Europas Oberklasse bei Schuhen einer Unisexmode, bis sich Ende des 17. Jahrhunderts die Dinge zu ändern begannen."
Stichwörter: 17. Jahrhundert, Toronto, Krems

Magazinrundschau vom 03.01.2012 - BBC Magazine

Europa wird zu Staub zerfallen. Mit Spott stellt John Gray im BBC Magazine all jene, die an einen allmählichen Fortschritt des Menschengeschlechts glauben, an die Seite von Utopisten. Solche Leute seien auch in der EU am Werk. Er bemüht Arthur Koestler, dem Europa im Jahr 1939 wie ein von Termiten zerfressenes Gebäude zusammenzufallen schien, um die heutige Lage zu beschreiben: "Wer einen Schritt zurücktritt und mit etwas Distanz auf die Lage blickt, erkennt klar, dass innerhalb bestehender Institutionen keine Lösung für die europäischen Probleme gefunden werden kann. So wie das Holzgerüst im Haus eines Plantagenbesitzeres, über das Koestler in einem Buch über Termiten gelesen hatte, werden die europäischen Strukturen von den Schulden aufgefressen. Wo immer Europas Eliten Halt suchen, brechen die Pfeiler schon weg."