Stichwort

Ai Weiwei

7 Artikel

Kunst und Flüchtlinge: Ausbeutung statt Einfühlung

Essay 20.06.2016 […] Flüchtlinge als Plural zu sehen, ja gar als Masse zu behandeln, geschieht bei einem Künstler wie Ai Weiwei noch augenfälliger. Zwar hat er auch früher, als er noch vornehmlich als Kritiker seines eigenen Landes für mehr Menschenrechte kämpfte, wiederholt mit dem Erhabenheitseffekt großer Zahlen gearbeitet und etwa 2009 im Münchner Haus der Kunst chinesische Schulkinder, die bei einem Erdbeben wegen Pfusch am Bau zu Tode gekommen waren, mit einer großen Menge an Rucksäcken repräsentiert, doch besitzt es eine andere Dimension und hat vor allem andere Auswirkungen, wenn er nun mit denselben Effekt auf das Schicksal von Flüchtlingen aufmerksam macht. […] Von Wolfgang Ullrich

Ein Turm aus sieben Eiern

Essay 11.06.2013 […] Denn auch wenn der in New York lebende chilenische Künstler Alfredo Jaar im chilenischen Pavillon die Giardini unter Wasser setzt, weil er die nationalen Zuschreibungen der Künstler in diesen globalen Zeiten für ein überholtes Konstrukt hält, auch wenn Kenia aus lauter wirtschaftlicher Kooperationsbereitschaft seinen nationalen Pavillon in einer selbstironischen Geste weitgehend chinesischen Künstlern zur Verfügung stellt, auch wenn die Deutschen, sich als Migrationsland sehend, in dieses Jahr im französischen Pavillon Ai Weiwei, Santu Bofeng, Romualdo Karmakar und Dayanita Singh eingeladen haben, muss man jedes Jahr neu feststellen: es gibt sie noch, die nationalen Pavillons mit ihren spezifischen Themen- und Bildwelten. […] Von Marie Luise Knott