Stichwort

Anthropozän

Rubrik: Magazinrundschau - 12 Presseschau-Absätze
Magazinrundschau 13.05.2019 […] die antihumanistische Kritik nie gegeben. Das Modell des Weltenbildners homo faber, den das 'gute Anthropozän' aufruft, das ist der richtige Punkt des Posthumanismus, ist in der strikten Gegenüberstellung von Mensch und Natur nicht aufrechtzuerhalten. Seine völlige Bestreitbarkeit ist aber im Anthropozän ebenso wenig zu haben - als Adressat ethischer Forderungen, als politisch Handelnder oder als Verursacher […] Während die Geologen wohl noch hundert Jahre brauchen düften, um das menschliche Zeitalter anzuerkennen, ist das Anthropozän in den Geistes- und Kulturwissenschaftler längst ausgemachte Sache. Allerdings stellt es sie vor das Problem, wieder den Menschen denken zu müssen, den doch schon Michel Foucault verschwinden sah "wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand". Hannes Bajohr versucht, Ordnung in diesen  […] diesen  anti-, post- und neohumanistischen Schlamassel zu bringen: "Ganz gleich, auf welcher Seite man sich in der Auseinandersetzung um den Anthropos im Anthropozän wiederfindet - sie zeigt, dass der Mensch zumindest als diskursiver Gegenstand just in dem Moment auf die Bühne der Geisteswissenschaften zurückgekehrt ist, da seine endgültige Verabschiedung schon sicher schien. Schreibt sich zwar die Tradition […]
Magazinrundschau 02.03.2017 […] denen zufolge das Anthropozän vor zehntausend Jahren begonnen hat, sagen nichts über die ökologische Dynamik der letzten Jahrhunderte; Theorien dagegen, die das Anthropozän auf die Zeit des merkantilen, industriellen oder Nachkriegskapitalismus datieren, ignorieren entweder die spezifischen Ursprünge dieser Periode oder erkennen sie, analysieren sie aber nicht. Der Begriff vom Anthropozän ist nur vordergründig […] Die interessantesten Beiträge zum Anthropozän kommen von Autoren, die den Begriff ablehnen, meint dagegen Benjamin Kunkel in seinem kilometerlangen Essay zum Thema: Für Ökomarxisten wie Jason Moore ("Capitalism in the Web of Life") und Andreas Malm ("Fossil Capital") sei die menschliche Spezies kein handelndes Subjekt, und anthropologische Konstanten wie Werkzeuge, Städte oder Schrift können den K […] Klimawandel beschleunigen, aber sie sind nicht die Ursache. "Für Moore liegt der Fehler darin, dass die Rede vom Anthropozän die Menschheit als eine homogene Handlungseinheit darstellt, wo Menschen doch niemals in einem ursprünglichen Zustand auftreten. Es gibt sie nur in spezifischen historischen Gesellschaftsformen, die durch ihre jeweiligen gesellschaftlichen Besitzverhältnisse definiert sind und […]
Magazinrundschau 20.01.2016 […] Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift A2 widmet sich dem Begriff des Anthropozän, den der niederländische Nobelpreisträger Paul Crutzen im Jahr 2000 aufbrachte, um die aktuelle Erdepoche zu beschreiben, in der der Mensch zu einem maßgeblichen geologischen Faktor geworden ist. "Das Konzept des Anthropozän", schreibt die Soziologin Tereza Stöckelová, "hat Einfluss auf die Naturwissenschaften selbst. Viele […] haben bereits begriffen, dass sie ihre Forschungsgegenstände nicht mehr als Entitäten oder Phänomene betrachten können, die unabhängig von gesellschaftlichen und politischen Dynamiken sind. (…) Das Anthropozän steht somit nicht nur für eine neue Ära in der Entwicklung des Planeten, sondern auch in der Wissenschaft." Stöckelová möchte den Begriff gegen seine vielen Kritiker verteidigen. Ihrer Meinung nach […] macht, einerseits technisches Denken und Handeln zu politisieren und andererseits komplexere Argumente und nicht sofort sichtbare Tatsachen in die Politik einzubeziehen. "Zu Recht lässt sich am Anthropozän-Begriff kritisieren, dass er die ungleichmäßige Verteilung der menschlichen Planetenbeeinflussung außer Acht lässt. Schließlich hat jener Teil der Menschheit, der kapitalistische und sozialistische […]