Wir brauchen einen "
digitalen Postkolonialismus", fordert Andrian Kreye in der
SZ. Das heißt: Europa muss sich unabhängig machen von amerikanischer Technologie, was ihm auch die Ausstellung "City in the Cloud. Data on the Ground" in der
Pinakothek der Moderne in München vor Augen führt. Der Medienwissenschaftler
Martin Andree von der Universität Köln erklärt Kreye, dass "60 bis 75 Prozent der öffentlichen Debatten von digitalen Medien bestimmt sind. Doch
86 Prozent aller digitalen Güter, also Medieninhalte, Cloud Services und generative KI, kommen aus den USA. Nur zwei Prozent aus Europa." Ein Infrastrukturplan ist "für Europa der einzige Weg, sich daraus zu befreien. Eigene Rechenzentren, Serverfarmen, KI-Modelle, all das, was in der Pinakothek der Moderne gerade gezeigt wird. Eine digitale Welt, die auf einem Fundament aus Stahl, Beton und seltenen Rohstoffen ruht. Gar nicht so anders als im 19. Jahrhundert, nur unsichtbarer. Die US-Konzerne reagieren auf solche Sorgen und gründen lokale Firmensitze mit eigenen Infrastrukturen in Europa. Die Abhängigkeiten bleiben."