9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.08.2024 - Medien

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In ihrem aktuellen Buch "Der Klimaatlas" versucht Luisa Neubauer die Klimakrise mit Hilfe von achtzig Karten zu vermitteln. Vor allem die Medien hätten versäumt, den Menschen die Gefahren durch die Klimakrise nachvollziehbar vor Augen zu führen, kritisiert sie im FR-Gespräch: "Menschen fahren keine fetten Autos, weil ihnen in wissenschaftlichen Vorträgen oder Flyern erklärt wurde, wie toll Autos sind. Sondern es wurde aufwendigste Werbung produziert und unglaubliches Geld in Hollywoodfilme gesteckt - damit ein Auto zu mehr wird als einem Fortbewegungsmittel. Es geht um Kultur, Status, Freiheit. Jeder Superheld fährt mit dem neuesten, schönsten und schnellsten Auto durch seinen Film. Gegen dieses Gefühl kommen wir nicht mit nur ein paar Fakten an. Das ist natürlich auch, da haben Sie Recht, durch einen in weiten Teilen unverantwortlichen Journalismus verstärkt worden. Das greifen wir auch im Atlas auf. Wir zeigen zum Beispiel, wie oft in den letzten dreißig Jahren die Klimakrise auf dem Titelblatt des Spiegel war. In den gesamten 1990er Jahren - das sind 520 Spiegel-Ausgaben - einmal."

Michael Hanfeld liest für die FAZ die Studie des Rechtsprofessors Jan Christopher Kalbhenn zu den Öffentlich-Rechtlichen, haut dann aber stärker auf die Pauke als neulich seine Kollegin Claudia Tieschky aus der SZ (unser Resümee und Link zur Studie). Kalbhenn möchte den Sendern alle feuchten Träume erfüllen, fürchtet Hanfeld, vor allem fordere er eine Aufhebung des Verbots der Presseähnlichkeit: "Apart ist die Argumentation, man müsse den Digitalgiganten begegnen, indem man die freie Presse plattmacht. Dass diese wegen der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz im Netz schwächelt, gilt dann als Grund, noch weiter vorzupreschen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.08.2024 - Medien

Die "Tagesschau" machte das Thema am Samstag zu ihrem Aufmacher: "Offenbar viele Tote nach israelischem Luftangriff... Israel hat ein Schulgebäude in Gaza-Stadt angegriffen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mindestens 93 Menschen getötet. In der Schule hielten sich laut der Hamas Flüchtlinge auf. Israel vermutet hingegen ein Versteck der Terrororganisation." Auf Twitter zirkulieren längst Meldungen, dass die Totenzahlen der Hamas drastisch übertrieben waren - aber bei der "Tagessschau" gibt es weder eine Korrektur, noch eine Mitteilung, dass die Zahlen zumindest umstritten sind. Nach korrigierten Hamas-Zahlen soll es nur vierzig Tote gegeben haben, 19 davon waren Hamas-Terroristen. Hen Mazzig protokolliert auf Twitter: "17:00 - CNN veröffentlicht einen Artikel mit der Schlagzeile 'Mehr als 90 Palästinenser bei israelischem Angriff auf eine Schule und Moschee getötet'. Man muss bis zur letzten Zeile lesen, neun Absätze, um festzustellen, dass diese Zahlen nicht überprüft werden können. Das war die Absicht der Hamas, die sich auf einem Schulgelände versteckt hatte, um eine Schlagzeile wie diese zu verbreiten. 18:00 - Israel veröffentlicht die Liste der 19 Terroristen, die bei dem Angriff getötet wurden, und beweist, dass ein Raum in dem Komplex als Hamas-Zentrale genutzt wurde. 19:00 - Die Hamas revidiert die Zahl von 100 auf 40. 20:00 - Israel veröffentlicht Bilder des Angriffs, die beweisen, dass der Angriff äußerst präzise war, mit Munition, die eine Schule und eine Moschee nicht in die Luft hätte sprengen können. Nur der Raum, in dem sich die Terroristen versteckten, wurde getroffen. Die Schule war nicht in Betrieb." Was stimmt denn nun, "Tagesschau"?
Stichwörter: Tagesschau, Hamas, Cnn

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.08.2024 - Medien

Wer sich nicht damit begnügen will, dass die öffentlich-rechtlichen Sender so oder so in unser aller Leben mitlaufen und dabei unverrückbar sind wie die Alpen, der kann natürlich auch davon träumen, sie zu reformieren. SZ-Medienredakteurin Claudia Tieschka empfiehlt eine dafür passende Lektüre, eine Studie des Rechtsprofessors Jan Christopher Kalbhenn für die Otto-Brenner-Stiftung der IG Metall. Hier könne man "sich in der Reformdebatte eine informierte Meinung bilden. ... Man erfährt, was hinter Begriffen wie dem 'Intendantenprinzip' steckt; warum der Zukunftsrat eine Dachorganisation für die ARD vorschlägt - und welche Standortinteressen das ausbremsen: welche Vorteile eine gemeinsame Plattform von ARD und ZDF hätte, wieso Regionalität derzeit als Public Value schlechthin angesehen wird oder wie der Begriff 'Qualität' mit messbaren Kriterien unterfüttert werden soll." Hier bekommt man die Studie.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.08.2024 - Medien

Journalisten arbeiten in Thüringen inzwischen häufig unter Schutz von Sicherheitspersonal, weil sie etwa auf AfD-Kundgebungen von Rechtsextremisten häufig angegriffen werden, schreiben Malene Gürgen und Christian Jakob, die mit mehreren Journalisten vor Ort gesprochen haben, etwa den Reporter Fabian Klaus von der Funke-Mediengruppe: "Eben weil es mittlerweile Standard sei, bei solchen Einsätzen von Security begleitet zu werden, seien es nicht diese Situationen, die ihm Sorge bereiteten, sagt Klaus. 'Es ist eher so, dass ich mich im Privaten anders verhalte, dass ich nicht mehr unbedingt abends allein durch die Stadt laufe, zumindest nicht durch dunkle Straßen.' Auch sein Umfeld habe das auf dem Schirm, sei oft besorgter als er selbst. Auch sonst treffe er Vorsichtsmaßnahmen: 'Ich nehme lieber das Auto als den Zug zu Veranstaltungen, um schneller wegzukommen.'"
Stichwörter: Thüringen, AfD

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.08.2024 - Medien

Es passiert nicht häufig, dass ein Text in der belgischen Presse internationale Empörung ausgelöst. Der Satiriker Herman Brusselmans hat in der populären Zeitschrift Humo offen bekannt, dass er angesichts der israelischen Kriegsführung in Gaza die Versuchung spürt, jedem Juden, der ihm entgegenkommt, ein Messer in den Hals zu stoßen (unser Resümee). Jüdische Organisationen in Belgien, das sich nach dem 7. Oktober als Hotspot des Antisemitismus erwiesen hat, wollen gegen die Kolumne klagen. In Humo verteidigt Chefredakteur Matthias Vanderaspoilden die Kolumne. Bei Satirikern könne das Geschriebene nie hundertprozentig wörtlich nehmen. Brusselmans reagiert verletzt auf die Kritik, erzählt sein Chefredakteur: "Er will vorerst nicht mit der Presse sprechen -, er wollte vor allem darauf hinweisen, dass im Krieg auch viele unschuldige Menschen getötet werden und dass ihn das wütend macht. 'Ich habe vor allem gemeint, wenn das meinem Kind passieren würde, würde ich den Tätern etwas antun. Israel begeht in Gaza Kriegsverbrechen, und ich darf das nicht einmal sagen?', sagte er."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.08.2024 - Medien

Auf den Medienseiten der FAZ überlegt Ole Kaiser, was gegen die von Russland aus gesteuerten Doppelgänger-Kampagnen, die Websites von Qualitätsmedien spiegeln und mit Fake-News und Russland-Propaganda fluten getan werden kann: "Die Akteure dahinter sind russische Netzwerke, unter anderem die russische PR-Agentur Social Design Agency und die Structura National Technologies. Sie stehen auf der Sanktionsliste der EU und der Vereinigten Staaten." Die EU müsse die Social-Media-Plattformen verstärkt mit Sanktionen auf den Digital Services Act verpflichten, sagt Peter Stano, Sprecher der EU für Auswärtige Angelegenheiten und Sicherheitspolitik im EAD, gegenüber Kaiser.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss und kann sich verändern, ruft der Filmregisseur und Autor Andreas Veiel in der SZ. Die Einberufung eines "Zukunftsrates", wie sie Anfang des Jahres geplant wurde, nun aber von den Verantwortlichen blockiert wird, wäre ein vielversprechender Ansatz. Die "Bildung einer ARD-Zentrale als Dachorganisation" könnte den bisher unnötig aufgeblasenen bürokratischen Apparat verschlanken und würde zur schnelleren Entscheidungen über die Realisierung von Projekten führen, so Veiel.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.08.2024 - Medien

Compact heißt jetzt Näncy, sonst hat sich durch das Verbot von Compact nicht viel geändert, berichten Ronen Steinke und Arne Semsrott in der SZ. Das rechtsextreme Magazin liegt zwar jetzt nicht mehr in Kiosken aus, man muss es online bestellen. Aber schon im August-Heft darf Martin Sellner wieder ausführen, "wie man 'Remigration' als vermeintliche moralische Wohltat für Afrikaner verkaufen könne". Im Grunde konnte Compact auch gar nicht verboten werden, schreiben Steinke und Semsrott: "Weil das dem Satz 'Eine Zensur findet nicht statt' in Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes widersprechen würde. Er kann sie allenfalls nachträglich aus dem Verkehr ziehen. Also, jedes Heft einzeln. Dieser Grundgesetz-Satz ist schwer zu umschiffen. Nancy Faeser hat das, als sie am 16. Juli gegen Compact vorging, dennoch versucht. Das war ungewöhnlich. Mit ihrer Verbotsverfügung hat sie die hinter Compact stehenden GmbHs mit einem Vereinsverbot belegt. (…) Faesers Versuch, den klaren Grundgesetz-Satz zu umgehen und einer Zeitschrift beziehungsweise einer Medienmarke in toto das Licht auszuhauchen, war neuartig" - und nur "bedingt effektiv": "Nicht Elsässer selbst gibt jetzt das Heft heraus. Seine GmbHs sind ja nun verboten. Sondern diese Aufgabe haben kurzerhand zwei gute Bekannte übernommen. Dies sind Hendrik Sodenkamp und Anselm Lenz, zwei umtriebige Querdenker-Aktivisten und Betreiber des 'Verlagshauses', das die Wochenzeitung Demokratischer Widerstand herausgibt."

Die Gesamtauflage an Tageszeitungen hat sich seit 1991 halbiert, weiß Cornelia Geißler in der Berliner Zeitung: "Im zweiten Quartal 2023 lag sie bei 10,9 Millionen Exemplaren, während die Bevölkerung gewachsen ist, auf 84,6 Millionen. Die Zahl der in Deutschland erscheinenden Tageszeitungen ist zwischen 1991 und 2018 von 158 auf 114 Titel gesunken." Aber: "Es galt in vielen Redaktionen als gute Nachricht im Sinne von 'Totgesagte leben länger', als die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse in Frankfurt/Main in der vergangenen Woche verkündete: 33,7 Millionen Menschen in Deutschland lesen täglich Zeitung. Das entspricht einem Anteil von 47,7 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. Man sieht daran, dass die Leserzahl (also die Reichweite) die Auflagenhöhe ums Dreifache übertrifft."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.08.2024 - Medien

"Seriösem Journalismus muss die Wirkung seiner Arbeit egal sein", kommentiert Stefan Niggemeier, der bei Übermedien die Mängel der Correctiv-Recherche zum Potsdamer Treffen offenlegte (unser Resümee), bei Spon: "Sind wir so verzweifelt , dass wir glauben, gegen Trump oder die AfD nur noch gewinnen zu können, wenn wir unfair spielen? Haben wir dann nicht schon verloren? Von rechts außen wird die Correctiv-Recherche nicht nur als Erfindung abgetan (was sie nicht ist), sondern entsprechend auch der große Protest, den sie ausgelöst hat, als Ausdruck einer Art Massenpsychose. Es ist tatsächlich eine unbequeme Frage, wie sehr die Übertreibungen, die der Artikel nahelegte und auslöste, dazu beigetragen haben, eine solche gewaltige Wirkung auszulösen. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass schon der unbestrittene faktische Kern einer Gruppe vermeintlich bürgerlicher Menschen mit Einfluss oder Geld, die sich mit einem bekannten Rechtsextremisten treffen, um sich von ihm erklären zu lassen, wie man massenhaft Leute aus dem Land bekommt, die nicht deutsch genug sind - dass schon dieser Kern und die täglichen Ungeheuerlichkeiten der AfD allein ausreichen sollten, um Millionen auf die Straße zu bringen."

Kleiner ging es wohl nicht, meint indes Carola Schwarz, die Niggemeier und Kollegen in der taz vorwirft, mit den gleichen Mitteln zu arbeiten, die sie Correctiv vorwerfen: "Übertreibung, Spekulation und Fehler". Wirklich falsch werde es etwa "an der Stelle, an der Übermedien behauptet, dass der Text sich selbst widerspreche. Denn es gebe keine Belege für einen 'Angriff gegen die Verfassung der Bundesrepublik', weil Sellner selbst behauptete habe, dass er Menschen 'nicht gesetzeswidrig ausweisen' möchte. Problem ist nur, dass dieses Zitat überhaupt nicht von Sellner stammt, sondern von einem Anwalt, der für den AfD-Politiker Ulrich Siegmund spricht. Auf Nachfrage der taz hat Übermedien die Namen an der Stelle entsprechend abgeändert. Doch nun beweist sie nichts mehr."

Auf den Medienseiten der SZ unterzieht auch Hans-Jürgen Jakobs den Correctiv-Text noch einmal einem Faktencheck und räumt ein: "Manches hätte man bei Frontal oder Spiegel oder überhaupt bei einer sorgfältigen Redigatur sicher sofort herausgestrichen. Es gibt Fehlerhaftes, Missverständliches. Eindeutig zu viel 'Peng!' Aber diese Einwände sprechen nicht final gegen den Text, in dem die Menge präsentierter Fakten beeindrucken kann. Der Neuigkeitswert des Artikels ist hoch. So etwas kommt nicht mit der nächsten Amazon-Lieferung, sondern braucht viel Vorarbeit. Und die meisten der Interpretationen sind per se nicht verwerflich, da die zugrunde liegenden Tatsachen auch im Text stehen. Das alles spielt bei Niggemeier & Co. eine zu kleine Rolle."

Gestern hat die türkische Kommunikationsbehörde ohne Begründung Instagram abgeschaltet, meldet Ulrich Gutmair in der taz: "Zwei Tage zuvor hatte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Plattform angegriffen: Instagram betreibe Zensur. Sie blockiere Posts, in denen Hamas-Politbürochef Ismael Haniyeh betrauert werde. Dessen Tod hatte der Präsident zuvor als 'zionistische Barbarei' gegeißelt und mit militärischem Eingreifen in den Konflikt gedroht."

Weitere Artikel: Seit dem 7. Oktober nehmen Angriffe auf antiisraelischen Demonstrationen gegen Journalisten zu, meldet Nicholas Potter ebenfalls in der taz: "'Die Lage ist bedrohlich bis gefährlich', sagt Jörg Reichel der taz. Er ist Landesgeschäftsführer der dju in Berlin-Brandenburg und beobachtet die Pressefreiheit auf Demos seit Jahren. Seit dem 7. Oktober hat die Gewerkschaft alleine in Berlin 36 körperliche Übergriffe gegen Journalist*innen erfasst, die von antiisraelischen Demoteilnehmer*innen ausgingen - von Flaschenwürfen bis Fahnenstangenschläge."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.08.2024 - Medien

Der Berliner Kultursenator Joe Chialo warnt in der SZ davor, die junge Generation für den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk zu verlieren und plädiert dafür, die Inhalte auf diese anzupassen. "Ansonsten werden wir vermutlich schon bald erleben, dass die nächste Generation auf das Angebot komplett verzichtet und es dann irgendwann auch keine Akzeptanz mehr für diese wichtige Säule unserer Demokratiebildung gibt. Deshalb sollte der Grundsatz 'weniger vom Gleichen' eine Leitlinie sein. Ich bin nicht Entscheider über die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber wenn man mich fragt, braucht es eine 'Pflicht' zur Zusammenarbeit - und vielleicht auch der 'Arbeitsteilung'. Diese könnte wie folgt aussehen: Das ZDF soll als öffentlich-rechtlicher TV-Sender im Schwerpunkt ein nationales Programm anbieten, die ARD im Schwerpunkt ein regionales Programm."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 31.07.2024 - Medien

Kaum ein journalistischer Artikel hatte so gegen die AfD mobilisiert wie die Correctiv-Recherche zu einem Potsdamer Treffen von Funktionären der Partei und anderen Rechten mit dem Identitären Martin Sellner, wo laut Correctiv "Remigrationspläne" gegen deutsche Bürger ausländischer Herkunft gefasst wurden (unsere Resümees). Nach der Recherche fanden riesige Demos gegen Rechts statt, und das Correctiv-Team wurde jüngst mit dem "Leuchtturm"-Preis des "Netzwerks Recherche" ausgezeichnet. Christoph Kucklick, Stefan Niggemeier und Felix W. Zimmermann lesen den Correctiv-Artikel für die Uebermedien noch mal genau und kommen zu einem niederschmetternden Ergebnis: Der Artikel funktioniere nach dem "Prinzip Nichtbeleg und Großdeutung". Das "Bisschen an Fakten, das Correctiv dem Leser anbietet" werde mit Suggestion und Geraune zusammengeklebt, vor Gericht habe Correctiv viele Schlappen einstecken müssen, und schlimmer noch, Medien wie die "Tagesschau", die die Meinungsäußerungen von Correctiv gutgläubig als Tatsachen ausgaben, hätten vor Gericht regelmäßig verloren. Die Übermedien-Autoren resümieren: "Zu den vielen Unsicherheiten und Ungenauigkeiten gehören auch die Spekulationen, was Correctiv eigentlich wirklich über das Treffen weiß. Viele Passagen wirken, als habe ein Reporter vor dem Tagungsraum gesessen und notiert, was hinauswehte, wann immer die Tür aufging. Sellner, die Hauptfigur des Treffens, wird nur ein einziges Mal mit einem vollständigen Satz zitiert. Der Rest: Versatzstücke." Die richtige Gesinnung, so Uebermedien, könne nicht ausreichen: "Gemeinsam gegen rechts, das ist keine falsche Losung, aber sie kann nicht dazu führen, dass journalistisch mit zweierlei Maß gemessen wird."