Aus dem Französischen von Richard Steurer. Der französische Bestseller "Eloge de l'Amour" erscheint erstmals in deutscher Übersetzung. Der Philosoph Alain Badiou erklärt darin in einem Gespräch mit Nicolas Truong seinen Begriff der Liebe: Die Überzeugung, dass jeder nur seine Interessen verfolgt, ist heute weit verbreitet. Die Liebe ist nun der Gegenbeweis dafür. Die Liebe ist das Vertrauen auf den Zufall. Der Philosoph muss sicherlich ein geübter Wissenschafter sein, ein Liebhaber der Gedichte und ein politischer Aktivist, aber er muss es auch auf sich nehmen, dass das Denken niemals von den gewaltigen Ereignissen der Liebe zu trennen ist. Gelehrter, Künstler, Aktivist und Liebender, das sind die Rollen, die die Philosophie von ihrem Subjekt verlangt. Badiou nennt das die vier Bedingungen der Philosophie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2011
Ganz unterschiedlich beschäftigen sich zwei Autoren damit, was Liebe ist, wobei Susanne Gmür in ihren Büchern vor allem lernt, dass die Liebe kaum eindeutig zu fassen ist. Deswegen stört sie sich bei Alain Badious "Lob der Liebe" vor allem an der Eindeutigkeit und Sicherheit, mit der der französische Philosoph die Liebe zu beschreiben sucht. Denn auch wenn Badiou in seiner Definition "vage" bleibt, scheut er sich nicht, verschiedene "Wahrheiten" über die Liebe auszugeben, stellt die Rezensentin fest. Dadurch kommt der Autor zu Erkenntnissen, die kein Risiko eingehen und sich auch nicht unbedingt aufregend lesen, so Gmür. Die Rezensentin ist aber durchaus gewillt, Badious Ausführungen als subjektive Wahrheiten zu lesen, nur soll er doch bitteschön nicht so tun, als ob seine Liebesvorstellung die einzige sei, findet die Rezensentin.
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