Alexander Bahar

Folter im 21. Jahrhundert

Auf dem Weg in ein neues Mittelalter?
Cover: Folter im 21. Jahrhundert
dtv, München 2009
ISBN 9783423247139
Kartoniert, 299 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Ist die Würde des Menschen antastbar? "Wir haben die Handschuhe ausgezogen" -, so beschrieb die CIA ihr Vorgehen nach dem 11. September. In Deutschland wird die Folter von Populisten wie Lafontaine befürwortet, sogar manch seriöser Jurist oder Politiker hält sie "unter bestimmten Umständen" für anwendbar. "Rettungsfolter", "verschärfte Vernehmungsmethoden", "Waterboarding" - solche Euphemismen bemänteln fundamentale Verstöße gegen die Menschenrechte.Warum ist Folter heute wieder denkbar? Welche politischen und gesellschaftlichen Folgen hätte eine Aufweichung des Folterverbots? Bahar betrachtet das brisante Thema historisch, international und bezogen auf die aktuellen Anlässe, und erklärt, warum Folter unter keinen Umständen zu akzeptieren ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.08.2009

Eine Stärke des Bandes von Alexander Bahar sieht Wigbert Benz in der Analyse des Verständnisses der Menschenrechte als Mittel zum Zweck. Und in Bahars Deutung dieses Widersinns als Indikator für die Erosion der Demokratie im globalisierten Kapitalismus. Mittels der einführenden Geschichte der Folter kann Benz nachvollziehen, wie konsequent die Regierung Bush die Regression der USA zum Folterstaat betrieben hat und wie deutsche Politiker wie Wolfgang Schäuble diesem Vorbild nacheifern. Dass Bahar die Folter in den Diktaturen in seiner Studie ausblendet, erscheint dem Rezensenten angesichts solcher Einsichten nicht mehr allzu schlimm.

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