Kommentarband; Ortskatalog; Kommentiertes Kartenwerk. Mit diesem kommentierten Kartenwerk wird die jüdische Siedlungsgeschichte in einem europäischen Kernraum erstmals umfassend vom frühen 11. Jahrhundert bis zum Jahre 1520 dargeboten. Die insgesamt 43 Siedlungskarten im DIN A3plus-Format unterteilen den Untersuchungsraum in 5 Kartensegmente. In diesem Rahmen wird die Ansiedlung der Juden in neun unterschiedlichen Zeitstufen differenziert nach Siedlungstypen dargestellt. Die kultische Ausstattung der jüdischen Gemeinden und ihr jeweiliger Organisationsgrad sind Gegenstand von weiteren 10 Farbkarten. Zentrale Fragestellungen werden mit Hilfe von thematischen Spezialkarten behandelt. Dazu gehören Verfolgungen und Vertreibungen während des Mittelalters in den genannten Zeitschnitten (38 Farbkarten) sowie Detailkarten zur Chronologie der Pestverfolgungen und der darauf folgenden Wiederansiedlung (7 Karten).
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2004
Großes Lob hat Friedrich Niewöhner für dieses schon von den Abmessungen her große Werk: siebzig mal fünfzig Zentimeter etwa misst das Kartenwerk, informiert der Rezensent. Ein "epochales Werk" nennt der Rezensent dieses Ergebnis einer, wie Niewöhner berichtet, sechzehnjährigen Forschungsarbeit eines von Alfred Haverkamp geleiteten Projekts im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs in Trier. Es besteht, wie man weiter erfährt, aus einem Kartenwerk, einem Kommentarband und einem Ortskatalog, und macht so, lobt Niewöhner, die vorhergehenden Atlanten zur jüdischen Geschichte "überflüssig". Fünfzehn Autoren haben dabei einhundertfünf Karten kommentiert, die die Geschichte der Juden zwischen den Jahren 1000 und 1520, von Norditalien bis zur Nordsee, von Belgien bis zum Westen Österreichs. Die Karten geben unter anderem Auskunft über die Lage jüdischer Synagogen, Friedhöfe und Bäder sowie über die Vertreibungen und Verfolgungen der Juden im Mittelalter. Das Werk verstehe sich selbst als "heuristisches Hilfsmittel" der Forschung, berichtet Niewöhner, und könne, lobt er, als Standardwerk "für alle weitere Forschungen zur Judaica Germania" gelten.
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