Die neun Erzählungen des litauischen Meistererzählers Alvydas Šlepikas entführen in ein Dorf irgendwo in der litauischen "Provinz". Mit viel Einfühlungsvermögen und Liebe zum Detail erzählt der Autor aus den verschiedenen Perspektiven seiner Helden in authentischer Weise leicht surrealistisch wirkende Geschichten, die zu fesseln vermögen. Unversehens wird der Leser von dieser nicht ganz alltäglichen Alltagswelt "eingesogen", der er nur schwerlich wieder entrinnen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2017
Rezensent Volker Breidecker warnt: Idyllisch geht es nicht zu in Alvydas Slepikas fünfzehn Erzählungen. Zauberhaft findet Breidecker die Texte dennoch - auf eine surreale, märchenhafte, den Leser befremdende Weise. Dieser Zauber gründet laut Breidecker in der direkten Ansprache durch den wechselnden Erzähler, die den Leser staunen lässt über die unwirklichsten Begebenheiten und die Wirklichkeitsintensität ihrer Vermittlung. Unheimlich findet Breidecker die Geschichten von Göttern, Kobolden und Dämonen, die Slepikas in der postsozialistischen Gegenwart ansiedelt, genauer in seinem Geburtsort Videniskes, wo laut Breidecker Natur und Kultur ineinander übergehen.
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