Aus dem Litauischen von Gila Rom. Romualdas Granauskas gilt als einer der bedeutendsten litauischen Autoren. In "Das Strudelloch" erzählt er über das Leben von Gaucys Jiuozapas, der abseits der Zivilisation in einem kleinen Dorf am Waldrand zwischen Landstraße und Eisenbahngleisen aufwächst. Gaucys ist ein Träumer, der die Natur liebt und nur wenige Freunde hat. Aber für die ist er der verlässlichste Mensch der Welt. Später, in der Stadtschule, öffnet sich ihm eine neue Welt, er entdeckt das Lesen und träumt von der Universität. Aber der Tod seines besten Freundes wirft Gaucys vollkommen aus der Bahn, er fühlt sich mitschuldig, auch wenn niemand ihm Vorwürfe macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2011
Die beklemmenden Verhältnisse und die Ausweglosigkeit der sozialistischen Tristesse in der litauischen Hafenstadt, in der Romualdas Granauskas' Roman "Das Strudelloch" spielt, haben Sabine Doering zugesetzt. Der litauische Autor schildert in der Geschichte seines Helden, der sich schuldig am Tod seines Jugendfreundes fühlt und auch später im Leben nicht sein Glück findet, nicht allein das graue Alltagsleben unter sowjetischer Herrschaft in einem an Dickens oder Zola erinnernden eindrücklichen Realismus. Genauso wendet er sich den existentiellen Themen wie Liebe, Freundschaft und Schuld zu, wobei in seinem Roman keinerlei metaphysische Rettung für seine unglücklichen Protagonisten aufscheint, wie die Rezensentin feststellen muss. Dabei bleibe Granauskas aber ein empathischer und zugewandter "Beobachter" ohne zynische Anwandlungen, auch wenn er seine Figuren in eine hoffnungslose Zukunft entlässt, so Doering gefesselt.
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