Aus dem Englischen übersetzt und herausgegeben von Ute Kruse-Ebeling. Am 22. Mai 1979 hielt der spätere Nobelpreisträger und indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen in Stanford einen Vortrag, der unser Denken über Entwicklungshilfe und Verteilungsgerechtigkeit nachhaltig erschüttern sollte: Mit Bezug auf die Gerechtigkeitstheorie des Philosophen John Rawls führte er seine These aus, dass es nicht um die Verteilung von Gütern oder Geld (z. B. in der Entwicklungshilfe), sondern um die Chancen gehen solle, die jeder einzelne zur Verwirklichung seiner Lebensträume vorfindet.
Dieser einflussreiche klassische Aufsatz wird hier erstmals in deutscher Übersetzung mit Kommentar und einem einführenden Nachwort veröffentlicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2019
Martin Hartmann empfiehlt die Lektüre von Amartya Sens Essay für ein Modell politischer Gerechtigkeit, das sich sehen lassen kann. Wie der Autor verschiedene Gleichheiten und dazugehörige Theoriemodelle unterscheidet und der allgemeinen Rede von Gleichheit eine Abfuhr erteilt, findet Hartmann plausibel. Auch wenn der voraussetzungsreiche Text, der auf Sens Tanner Lectures von 1979 zurückgeht, Hürden enthält, die die Herausgeberin Ute Kruse-Ebeling mit ihrem Nachwort nur entschärfen, nicht gänzlich ausräumen kann, wie der Rezensent warnt, kommt der Leser nach einiger Mühe zu "substantiellen Einsichten", die Sen in späteren Texten weiter vertieft, so Hartmann.
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