Andreas Möller

Hechte

Ein Portrait
Cover: Hechte
Matthes und Seitz, Berlin 2022
ISBN 9783751802130
Gebunden, 159 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Judith Schalansky. Mit Illustrationen von Falk Nordmann. Als "Wasserteufel" und "Verkörperung des Bösen und Unheilvollen" wurde er bezeichnet. Die Anspielungen auf den größten und gefährlichsten Raubfisch unserer Breiten sind so mannigfaltig wie trügerisch. Henry David Thoreau würdigte ihn ebenso wie Wladimir Putin, der mit Hechten als Ausdruck von Stärke und Männlichkeit posiert. Der Hecht ist aber auch Sinnbild eines lebendigen, volkstümlichen Humors: Wenn es wie Hechtsuppe zieht, schließt man besser Fenster und Türen, und ein toller Hecht ist ein schwungvoller Kerl, der mit Chuzpe an sein Ziel gelangt. Andreas Möller spürt in seinem hinreißenden Portrait den Gründen dieser Ambivalenz nach. Er zeigt den Hecht als den großen Einzelgänger unserer Gewässer, der sich konsequent wie kein anderer Speisefisch der industriellen Nutzung verweigert. Hechtfänge sind immer Einzel- und Zufallsfänge, die sich nicht kalkulieren lassen.Hechte ist ein ist ein packendes und poetisches Portrait, reich gespickt mit kulturgeschichtlichen Beobachtungen zum Angeln, zur Alltagsfotografie oder zum Präparieren von Hechtköpfen. Es ist aber auch ein Plädoyer für das konkrete und anschauliche Erleben der Natur und das ehrfürchtige Gefühl von Naturschönheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2022

Rezensent Kai Spanke ärgert sich über Andreas Möllers Buch über Hechte. Zunächst einmal gehe es viel weniger um Hechte als um die (und vor allem um Möllers persönliche) Leidenschaft fürs Angeln, wie der Kritiker irritiert feststellt. Dabei werde die Erregtheit beim Fischfang mit mäßig gelungener kulturkritischer Unterfütterung zur "noblen Regung verklärt", so Spanke stirnrunzelnd. Um Fakten gehe es dabei weniger, und wenn doch, würden sie verdreht präsentiert, moniert Spanke - so sei etwa Möllers Zurückführung von abnehmenden Fischbeständen auf den Kormoran-Vogel, der täglich ein halbes Kilo Fisch frisst, ein "längst entkräftetes Vorurteil"; die komplexen Zusammenhänge, die hier tatsächlich vorliegen, würden vernachlässigt. Dass Möller ein "rhetorisch fähiger" Autor sei, erkennt Spanke zwar an, trotzdem habe er "kein überzeugendes Buch" geschrieben, schließt der Kritiker.

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