Herausgegeben von Ulrich Schreiber und Mira Soldo im Auftrag der Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik. Was bedeutet Ankunft, wenn man fliehen musste?
Acht geflüchtete Autorinnen und Autoren beschreiben in literarischen Reportagen sehr unterschiedliche Wege nach und in Deutschland. Eines aber haben sie gemeinsam: Sie zeugen davon, wie wichtig es ist, über das Erlebte zu schreiben, um dem Einzelnen eine Stimme und ein Gesicht zu geben. Sie zeugen davon, dass nicht Massen, sondern Menschen mit individuellen Geschichten angekommen sind. Sie zeugen davon, dass die Kraft der Literatur darin besteht, neue Perspektiven und Zwischentöne aufzuzeigen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2019
Rezensentin Meike Fessmann bespricht drei Sammelbände, in denen Schriftsteller und Autoren, die noch nicht lange in Deutschland leben, von ihren Flucht- und Migrationserfahrungen erzählen. Zunächst hält die Kritikerin fest, wie gut die einzelnen Initiativen, die die Bände herausgeben, untereinander vernetzt sind: Teilweise tauchen die selben AutorInnen, etwa die mit ihren Eltern aus Russland geflohene Lena Gorelik, in verschiedenen Bänden auf. Allen Anthologien ist nicht nur eine hohe "literarische Qualität" der Texte gemein, sondern auch die eindringliche Konfrontation mit Einzelschicksalen, versichert die Rezensentin, die nicht nur Geflüchteten aus Syrien, dem Senegal, Russland oder Afghanistan folgt, sondern auch von Menschen aus dem "universitären Prekariat" liest, die ihren Stellen hinterherziehen müssen. Während der Band "Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt" durch reiche Bebilderung und Zweisprachigkeit besticht, überzeugt die Anthologie "Wir sind hier" durch ihre thematische Breite, meint die Kritikerin, die hier auch Autoren wie Friedrich Ani oder Georg Picot entdeckt. Empfehlen kann sie allerdings alle drei Bände mit bestem Gewissen.
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